Ghjacumu Biancarelli

Hundert und mehr
Übersetzt von Brigitte Ranc-Zech.

(1981)

Er ist wohl eingeschüchtert
Durch der Blumen Anlitz
Der untergehende Mond

* * *

Bekleidet vom Frost
Umgeben vom Wind
Ein verlassenes Kind.

* * *

Im Schnee von heute morgen
Vom Porree noch Spuren
Im Garten

* * *

Im Tageslicht
Hat es einen rötlichen Kopf
Das Glühwürmchen

* * *

Das Meer wird trüber
Der Enten Schrei
Ein bisschen gellender

* * *

Heimlich in der Nacht
Würmer in den Kastanien
Unter dem Mond

* * *

Schnee über Schnee
Diese Nacht des Jahresendes
Im hellen Mondschein

* * *

Das Storchennest
Ist sichtbar im Blattwerk
Des Kirschbaums.

* * *

Flügelschläge bei den Staren
Vom Mistelbaum fallen Früchte
Unwetter am Morgen.

* * *

Der Kranich schreit
Mit einer Stimme, bereit
Den Wachholderbusch zu zerreissen

* * *

Mit dem kalten Regen der Jahreszeit
Wünscht sich selbst die Katze
Einen Mantel aus Stroh.

* * *

Überall
Bedarf an Blumen
In Wasserlachen

* * *

Unterschlupf des Fischers
Inmitten der Garnelen
Ein Grashüpfer

* * *

Jagd nach Glühwürmchen
Ein betrunkener Matrose
Welche Verwirrung

* * *

Im Kuhstall
dumpfes Surren der Mücken
Des Sommers letzte Hitze

* * *

Grün zu sein
Reicht aus für
Die Paprikaschote

* * *

Bei Vollmond
Gelangt der Meereswellen Plätschern
Bis zu meiner Tür

* * *

Vergiss niemals
Den einzigartigen Geruch
Des Morgentaus














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