SLOWENIEN IN PRAHA 05

Slowenien, Ehrengast der Prager Buchmesse, 5. - 8. Mai 2005
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Die Vorstellung der Prager Buchmesse in Prag wird durch das Zentrum für slowenische Literatur (Center za slovensko knjizevnost) (www.ljudmila.org/litcenter) mit finanzieller Unterstützung des Kulturministeriums der Republik Sloweniens (www.kultura.gov.si) und weiterer Sponsoren vorbereitet.

Für weitere Informationen: litcenter@mail.ljudmila.org.

Nur schwer kann man sich eine passendere Umgebung für die bisher größte Präsentation slowenischer Literatur im Ausland vorstellen, als sie die jedes Jahr bessere und lebhaftere Prager Buchmesse bietet: Die literarischen und kulturellen Kontakte zwischen Slowenien und Tschechien sind schon seit Jahrhunderten stark. Der größte slowenische Dichter Frances Preseren (1800-1849) beschreibt in seiner Poesie die Schönheit der Mädchen aus Brünn; der Dichter, Erzähler und Initiator der slowenischen Literaturwissenschaft Fran Levstik (1831-1887) besuchte das Priesterseminar in Olmütz (bis er es aufgrund einer Anzeige wegen Amoralität seines ersten Gedichtbandes verlassen musste).

Das Drama Za narodov blagor (Für das Wohl des Volkes) des bedeutendsten slowenischen Erzählers und Dramatikers Ivan Cankar (1876-1918), in Buchform 1901 veröffentlicht, wurde in Prag uraufgeführt - 2005 jährt sich die Uraufführung zum hundertsten Mal.

Der meistübersetzte slowenische Roman Alamut (erschienen 1938) von Vladimir Bartol (1903-1967), wurde bald nach dem Erscheinen ins Tschechische übersetzt. Erst knapp fünfzig Jahre später, in den achtziger Jahren, begann sich diese Erzählung vom religiösem Fanatismus mit Übersetzungen ins Französische und Spanische über die ganze Welt zu verbreiten. Der Literaturhistoriker Oton Berkopec (1906-1988), der die meiste Zeit seines Lebens in Prag verbrachte, sorgte mit zwei Anthologien der slowenischen Poesie (auf Tschechisch), für die ersten umfassenderen Vorstellungen slowenischer Literatur in einer Fremdsprache.

Die slowenisch-tschechischen literarischen Kontakte halten bis zum heutigen Tag an. In keine andere Sprache (außer in das Kroatische) ist soviel slowenische Literatur übersetzt wie in das Tschechische: Im letzten Jahrzehnt erschienen jährlich durchschnittlich fünf Bücher slowenischer Autoren. Seit der 1991 erlangten Unabhängigkeit verschafft sich die slowenische Literatur weltweit immer mehr Geltung; in verschiedenen Übersetzungen erschienen Bücher von über sechzig zeitgenössischen Schriftstellern. Von Tomaz Salamun, Drago Jancar und Ales Debeljak wurden jeweils mehr als dreißig Bücher übersetzt; alle drei werden zur Buchmesse nach Prag kommen, weiters noch die brillante Dichterin und Interpretin ihrer Gedichte Svetlana Makarovi.

Auch Dane Zajc, der alle jüngeren Dichtergenerationen folgenträchtig prägte, und mehr als dreißig andere in- und außerhalb Sloweniens namhafte Schriftsteller. Sie werden sich mit Lesungen auf Slowenisch, Tschechisch und Englisch vorstellen, teilnehmen an Rundtischgesprächen mit den Themen: Die Verantwortung des Staates gegenüber der Literatur, die Situation der Frau auf dem heutigen literarischen Schauplatz, der Einfluss der Marktwirtschaft auf das Verlagswesen und anderen, ihre auf Tschechisch erschienen Bücher signieren und auf Fragen im Bezug auf ihre Arbeit Rede und Antwort stehen.

Internationales Renommee erlangte die slowenische Kultur aber auch in der Philosophie (Slavoj Zizek), der Musik (Komponist Vinko Globokar, Sängerin Marjana Lipovsek, die Gruppen Avseniki und Laibach, DJ Umek), der visuellen Kunst (Marjetica Potrc), dem Schauspiel (Slowenische Jugendbühne) zeitgenössischem Tanz (En-Kap, Betontanc), neuen Medien (Marko Peljhan), Film (der in Slowenien auch mit den nach wie vor beliebten Komödien des Tschechen Frantisek Capas begann) und nicht zuletzt, in der Architektur: Der in seiner Zeit bedeutendste Architekt Joze Plesnik (1872-1957) errichtete seine Hauptwerke sowohl in Laibach als auch in Prag.

Aus diesem Grund wird die Literaturpräsentation von Ausstellungen, Konzerten und vorwiegend literarischen Filmen unterstützt. In einem Club werden Dichterlesungen, von einem DJ begleitet, stattfinden und eine Strassentheatergruppe wird durch Auftritte auf sich und Slowenien aufmerksam machen.

Über Slowenien hört man manchmal, es sei ein Beispiel der Geburt eines Landes aus dem Geist der Poesie. Dieser Geist, in dessen Welt es weder Sieg noch Niederlage gibt, wie es der Dichter Sresko Kosovel (1904-1926) niederschrieb, wird Anfang Mai über dem Prager Messegelände schweben.

Schweben sie mit!
















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