Leben in einer Vorstadt von Reykjavik

Die Nachbarschaftsschriftsteller

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Einar Már Gudmundsson
Die Nachbarschaftsschriftsteller ist ein Artikel von Eysteinn Thorvaldsson.

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Am Nordufer von Reykjavik liegt eine Wohngebiet namens Grafarvogur. Sein Name kommt von dem Meeresarm (Isländisch vogur) auf der einen Seite dieses Stadtteils. Nahe am Ende des Meeresarms entleert sich der kleine Lachsfluss Korpa in die See. Die offene See mit ihren Inseln und Halbinseln bildet die dritte Seite des Dreiecks von Grafarvogur, das ca. 1033 ha umfasst. Die Bebauung des Gebietes begann 1984. Heute ist es die Heimat von etwa 18.000 Einwohnern mit Wachstumstendenz auf 25.000. Die Bewohner von Grafarvogur haben einen starken Sinn für Nachbarschaft und Gemeinschaft entwickelt. In dieser Atmosphäre haben acht dort ansässige bekannte Schriftsteller eine lockere Vereinigung gebildet, welche sich die Grafarvogur-Schriftsteller nennt. Sie treffen sich um über ihr Werk zu diskutieren und sich für Kulturveranstaltungen in der Wohnsiedlung vorzubereiten.

Jedes Jahr im September wird in der Siedlung das Fest Grafarvogur-Tag gefeiert. Das Fest zeichnet sich besonders durch die öffentlichen Lesungen der Schriftsteller aus. An einem Grafarvogur-Tag bei einer solchen Lesung erblickte auch die Idee der Schriftstellervereinigung das Licht der Welt. Im Jahr 2000 veröffentlichten sie Die Brücke nach Videy, ein Buch voller Gedichte und Geschichten der Grafarvogur-Schriftsteller, das an alle Haushalte der Siedlung verteilt wurde, gesponsert von dem Familienzentrum Midgardur und der Oddi-Druckerei.

Jedes Jahr veranstalten die Grafarvogur-Schriftsteller einen Unterhaltungsabend in einer riesigen Autolackierhalle in der Siedlung. Der Name des Ereignisses, Starmesse, leitet sich von den räumlichen Gegebenheiten der Fabrikhalle ab: Die Schriftsteller halten ihre Lesung nämlich von einer Art Bühne auf dem Deck eines 40 Jahre alten Tiefladers. Zwischen den Werklesungen wird Musik gespielt und die Wände sind mit Werken zeitgenössischer Künstler behängt. Das Kulturereignis zieht jedesmal Publikum in Scharen an.

In ihren literarischen Inhalten bilden die Grafarvogur- Schriftsteller jedoch keine besonders homogene Gruppe. Ihre Themen und Methoden sind unterschiedlich, ihre Bücher legen Zeugnis von ganz verschiedenen Lebensläufen ab und ihre Arbeiten decken eine weite Band-breite. Nur zwei von ihnen haben sich ganz der Literatur verschrieben während die Übrigen verschiedenen anderen Beschäftigungen nachgehen.

Gefragt, was sie denn eint, antworten die Schriftsteller: 'Unsere Nachbarschaft und unser Interesse an Literatur'.







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