Bewahrer der europäischen Dimension

Bewahrer der europäischen Dimension
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Foto: Aurel Duka

Während sich Albanien nach dem II. Weltkrieg politisch und kulturell von der Außenwelt abriegelte, die Literaturen Europas als dekadent oder reaktionär verwarf, den Begriff Avantgarde in der Literatur negativ besetzte und die Literatur im Land ideologisch indoktrinierte, haben einige Autoren das geistige Band, das die albanische Kultur mit Europa verband, nicht abreißen lassen. Sie taten dies einerseits durch die Qualität und den literarischen Anspruch ihrer Werke, andererseits auch durch eine Haltung, die treffend in den Worten des Dissidenten Kasëm Trebeshina zum Ausdruck kommt: "Im Gefängnis bin ich physisch gewesen, geistig war ich es nie. Nie habe ich meinen Kontakt mit Europa abreißen lassen. Keine Macht der Welt vermag mich von der europäischen Kultur abzubringen, von den großen Männern der europäischen Kultur."

Freiheit des Denkens und Schreibens war während der Diktatur des albanischen Kommunismus nur auf dreierlei Weise möglich - wenn man wie die Autoren Kasëm Trebeshina und Frederik Rreshpja bereit war, ins Gefängnis zu gehen, wenn man wie Martin Camaj ins Ausland floh oder, indem man wie Zef Zorba, Mihal Hanxhari und Primo Shllaku, heimlich schrieb.







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