Neue Stimmen

Neue Stimmen
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Foto: Aurel Duka

Die hier versammelten Autoren verbindet die Ablehnung der Doktrin des Sozialistischen Realismus und der unter ihrem Diktat geschriebenen Literatur. Die Werke der etwa 30-40-Jährigen stehen im Zeichen der Emanzipation von der politischen und literarischen Diktatur der Jahre 1944-1990. Zugleich lassen die jüngeren Autoren die Verbindung zu Schriftstellern wieder aufleben, die von der Literaturkritik des Sozialistischen Realismus verfemt oder ignoriert wurden. Dies sind Schriftsteller wie Martin Camaj, Frederik Rreshpja, Kasëm Trebeshina, die bei manchen Jüngeren Kultstatus genießen, ohne daß diese in Epigonismus verfallen, oder auch ältere, klassische Autoren. Zugleich nehmen die hier vorgestellten jüngeren Autoren den in der Zeit der Diktatur abgerissenen Faden der Verbindung zur europäischen und Weltliteratur wieder auf. Zwei Sprachrohre dieser Autoren, die Zeitschriften Java und Poeteka lassen nicht nur neue Stimmen der albanischen Literatur zu Wort kommen, sondern versuchen bezeichnenderweise auch, dem enormen Nachholbedarf an Vermittlung von Werken der außeralbanischen Literatur abzuhelfen.

Die Werke dieser neuen Stimmen der albanischen Literatur lösen sich aus den Schablonen des oft kolportagehaften Kreisens um die stets gleiche Thematik vieler anderer albanischer Literaten (Albanien und die Albaner). Auch in stilistischer und vor allem sprachlicher Hinsicht begehen sie neue Wege, indem sie - anstatt Worthülsen aneinanderzureihen - die Sprache ausloten und abklopfen, durch Nutzung nicht abgegriffener Lexeme neue Klang- und Bildwelten erschließen und die Literatur aus der Substanz des Wortes heraus leben lassen.








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