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Steinsuppe
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© Moritz Verlag
Andreas Jandl

Das Bilderbuch Steinsuppe der französischen Autorin Anaïs Vaugelade nimmt sich auf neue Weise einer alten Figur der europäischen Kinderliteratur an: dem Wolf. Ob bei den Gebrüdern Grimm oder bei Sergej Prokofjew, der Wolf hat im klassischen Märchen seine eindeutige Rolle als Bösewicht und tödliche Gefahr. Doch sind wirklich alle Wölfe immer böse?

Anaïs Vaugelade erzählt von einem alten Wolf, der eines Abends ins Dorf der Tiere kommt und bei der Henne an die Tür klopft. Er wolle Steinsuppe kochen, ob sie ihm einen Kessel heißes Wasser zur Verfügung stellen könne und vielleicht etwas Sellerie, einen Stein habe er dabei. Von Steinsuppe hatte sie noch nie gehört. Die Henne ist zu neugierig, um dieses Angebot auszuschlagen. Sie lässt den ausgemergelten Gast herein und setzt gleich einen Kessel Wasser auf. Besorgt klopft als nächstes das Schwein an die Tür der Henne. Es habe den Wolf bei ihr gesehen, ob denn alles in Ordnung sei. Das Schwein kocht gerne mit und trägt - wie nach und nach auch die anderen Tiere aus dem Dorf - mit Freude etwas zur Suppe bei. Es wird ein lustiger, geselliger Abend und die Steinsuppe ist köstlich. Nur der Wolf ist schweigsam und muss früh wieder gehen. In seinen schmalen Augen liegt etwas Undefinierbares: Traurigkeit und Verbitterung, Güte und Weisheit oder doch Arglist und Gefahr? Als der Wolf, bevor er geht, sein großes Messer zückt, um den Stein, der noch nicht ganz durch sei, aus dem Topf zu fischen, steht den anderen Tieren das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Entpuppt sich der Wolf doch noch als Untier?

Steinsuppe von Anaïs Vaugelade

Vierfarbiges Bilderbuch, aus dem Französischen von Tobias Scheffel. Mit Illustrationen von Anaïs Vaugelade. Moritz Verlag, ab 5 Jahre







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