Rodolf Sirera

Auszug aus El verí del teatre

Sirera (et al
Text: Rodolf Sirera: El verí del teatre
Übersetzung: Anna Maria Schop i Soler

Gabriel:
In Ordnung. Ihr leitet die Vorstellung.

Der Marquis (mit sanftem Ton):
Jawohl Freund Gabriel. Ich leite sie tatsächlich.

Gabriel:
Einverstanden. Genehmigt Ihr mir wenigstens ein Paar Sekunden, um mich zu Recht zu finden?

Der Marquis:
Ich werde warten, solange es nötig ist.

Gabriel:
Danke. (Er liest schnell und sehr aufmerksam die Seite des Buches, die der Marquis ihm gegeben hat. Langes Schweigen. Plötzlich fängt er an mit einem gewissen Gehabe vorzutragen).: Sagt mir, Freunde ... sagt mir, ihr, die mich in dieser fürchterlichen Stunde begleitet ... was erwartet man von mir? Welches Verhalten erwartet die Geschichte in meiner Todesstunde von mir? Soll ich heldenhaft sein und Stärke beweisen? Soll ich ein Beispiel sein für alle anderen? ... Aber was weiß die Geschichte schon vom Tod, vom Tod jedes Einzelnen! ... Die Geschichte verwirft die Einzelfälle und verallgemeinert. Sie will nichts über Symptome oder lebendige Prozesse wissen. Sie interessiert sich nur für die Ergebnisse. Und ich?... Was bin ich inmitten dieses Mechanismus? Nur ein Mythos ... Und Mythen können nicht schreien. (Pause. Der Marquis verneint unbewusst mit dem Kopf, aber Gabriel, der langsam auf die Bühne tritt, scheint es nicht zu merken) Aber es sind die Menschen, die sterben ... und Menschen sterben unter Schmerzen, unter Krämpfen, unter Schreien ... sie sterben auf elende Weise ... sie beflecken die Betttücher mit erbrochenem Blut und mit Kot ... und sie haben Angst ... vor allem haben sie Angst, eine fürchterliche Angst. Diese Angst ist nicht religiöser Art, nein, es handelt sich um eine namenlose Angst ... die konkrete Angst vor dem konkreten Tod - weil der Tod die Weihe ist, die Feier des Todes, versteht Ihr das?

Der Marquis (plötzlich und mit einer gleichgültigen Stimme):
Nein.

Gabriel (ist überrascht, unterbricht die Handlung. Ohne zu wissen, was er sagen soll, unsicher) :
Wie?

Der Marquis :
Ich habe einfach nein gesagt. Dass ich es nicht verstehe. Oder zumindest, dass ich es nach Ihrer Manier nicht verstehe.

Gabriel (steht vom Thron auf und bändigt seine Wut. Langsam):
Das heißt, dass Ihr meine Meinung nicht akzeptiert?

Der Marquis:
Was ich sagen will ist, dass Eure Art und
Weise zu interpretieren es nicht schafft, das was dem Darsteller passiert, zu übermitteln. (Überzeugt). Wie kann ich etwas verstehen, was ich nicht empfinden kann?

Gabriel (eisig):
Eure Meinung über meine künstlerischen Fähigkeiten, Herr Marquis, scheinen mir nicht mit der der großen Mehrheit des Publikums von Paris übereinzustimmen und wenn ich vom Publikum rede, dann meine ich auch sehr gebildete Personen, (er misst seine Worte) so bewandert und so gebildet wie Ihr.

Der Marquis (versöhnlich):
Gabriel, ich bitte Sie ... Hören Sie auf mich ...
Gabriel (wütend, er steigt zu der Orchesterloge der kleinen Bühne des Forums ab): Das heißt, Ihr habt mich zu Euch gerufen, und Ihr habt mich diese absurde Pantomime aufführen lassen, um mich lächerlich zu machen? Ihr mögt mir verzeihen, aber ich weigere mich, länger an Eurem Spiel teilzunehmen. Ich mag es nicht, dass man mich beleidigt. Und meine Kunst in Zweifel zu ziehen, ist ungefähr als würde man Euren Adelsstand anzweifeln.

Der Marquis (ohne die Stimme zu erheben):
Ihr wollt mich nicht verstehen. Mein Werk ist nicht wie jedes andere ...

Gabriel (voller Verachtung) :
Das habe ich schon bemerkt. Aber ich verstehe nicht, was das eine mit dem anderen zu tun hat ...

Marquis:
Das ist ganz klar: Ein neuer Stil zwingt auch zu einer neuen Form von Interpretation.

Gabriel (hochnäsig):
Oh, natürlich ... es reicht Euch nicht, völlig unvorbereitet auf das Thema der dramatischen Poesie zu kommen. Ihr wollt mir auch noch Lektionen über meinen Beruf erteilen.

Der Marquis (geduldig):
Es ist ganz einfach: Ihr könnt nicht korrekt wiedergeben, was Ihr nie gefühlt habt, was Ihr nicht direkt und persönlich erfahren habt. Ihr habt nie wirklich im Sterben gelegen ... nicht wirklich ...

Gabriel (mit einem schlecht gebändigten Hohn):
In diesem Falle wäre ich längst tot und könnte wohl kaum Theater spielen (überrascht von seiner eigenen Überlegung).: Na ja! Ihr bringt mich noch dazu, Dummheiten zu sagen. (Er versucht, sich besser auszudrücken) Stellt Euch vor was passieren würde, wenn jedes Mal, wenn ein Schauspieler den Tod einer Theaterfigur spielte ... (Er hält an. Er zweifelt, ob er noch wütender werden soll, oder ob er sich vor Lachen biegen soll). Aber, ich bitte Sie, habt Ihr mich für einen Dummkopf gehalten? Die Toten auf der Bühne stehen nach der Vorstellung wieder auf. Die Theaterstücke und der Tod wiederholen sich immer und immer wieder.

Der Marquis (als ob er laut denken würde):
Aber sie sind nie von Vorstellung zu Vorstellung gleich. Es gibt immer ... kleine Unterschiede.

Gabriel :
Ihr habt es gesagt. Kleine Unterschiede und nichts mehr.

Der Marquis (er wird lebendiger, je länger er redet):
Aber ich, ich will aus meinem Stück ein einzigartiges Exemplar machen! So wie meine Bilder, meine Möbel, meine Kleider einzigartige Exemplare darstellen. (Er spaziert aufgeregt durch den Raum) So wie meine Bücher. (Er zeigt auf einige Exemplare, die sich auf einem Möbel befinden, und die von zwei klassischen Figuren gehalten werden). Meine Bücher auch. Einzigartige Ausgaben der Texte, die mir gefallen, auf meine Bestellung hin gedruckt ...

Gabriel (ohne zu verstehen):
Aber das ist im Theater nicht möglich. Mit dem Text des Werkes vielleicht - aber mit der Vorstellung ...

Der Marquis (schnell):
Die Vorstellung auch, Gabriel! Es ist gerade die Vorstellung, die mich interessiert!

Gabriel:
Und wie wollt Ihr Sie aufbewahren? (Amüsiert) Eine Theatervorstellung kann man nicht einrahmen wie ein Bild oder in ein Regal stellen.

Der Marquis:
Ich will sie hier aufbewahren. (auf den Kopf zeigend) Im Gedächtnis ...

Gabriel (die Schultern hebend):
Wenn es sich um eine Laune handelt ...

Der Marquis (mit feierlicher Stimme):
Es handelt sich nicht um eine Laune, sondern um eine Notwendigkeit.

Gabriel (nach einer Pause, mit Gleichgültigkeit vorgebender Stimme und dabei, von der Bühne zu gehen):
Na gut ... Ich bedauere es. Es scheint, als sei ich nicht der passende Darsteller. Ihr solltet einen anderen Schauspieler suchen, der den von Euch gewünschten Realismus besser darstellen kann. Obwohl, falls ich es sagen darf, ich sehr bezweifle, dass Ihr ihn findet. Letzten Endes kommen wir alle aus derselben Schule.

Der Marquis:
Aber ich brauche keinen anderen Darsteller, sondern Sie!

Gabriel (konfus):
Aber Ihr habt mir gesagt ...

Der Marquis (gereizt):
Ihr habt mich nicht ausreden lassen. Ihr habt mich nicht ausreden lassen, und fast hätten wir beide vergessen, wie schnell die Zeit vergeht ... (Als ob er mit sich selber reden würde) Wie die Zeit vergeht ... das kann sehr gefährlich werden.

Gabriel:
Gefährlich? Aus welchem Grund? Ich verstehe Euch nicht.
Der Marquis: Oh! Wie solltet Ihr mich auch verstehen? Jedes Mal, wenn ich zum Thema kommen wollte, habt Ihr meine Gedankengänge mit Euren akademischen Grübeleien verwirrt ... und die, mein Freund, sind zurzeit vollkommen überflüssig. (Plötzlich scheint Gabriel unfähig das Gleichgewicht zu halten. Er hält den Kopf zwischen den Händen und unterdrückt ein Stöhnen.

Der Marquis (Der Marquis schaut ihn an, beunruhigt):
Was habt Ihr? Fühlt Ihr Euch vielleicht nicht wohl?

Gabriel:
Mir ist unwohl ... Mir ist schwindelig ... Es ist seltsam ... Es ist, als wenn meine Beine sich weigern würden, mich zu tragen ...Mit Eurer Erlaubnis werde ich mich hinsetzen ... ich muss ein bisschen sitzen ... (Er schleppt sich zu dem steinernen Thron und setzt sich hin, ohne dass der Marquis sich bewegt oder sich ihm nähert, um ihm zu helfen) Ihr vergebt mir ... aber es fällt mir sehr schwer, mich zu konzentrieren ... Ihr müsst mir vergeben, ja ... ich kann nicht ... ich kann Euren Gedankengängen nicht länger folgen ... Ehrlich, ich kann mich nicht erinnern ... ich weiß nicht, wovon Ihr redet ... Ich habe es vergessen ... und ehrlich, ich .... jetzt ... ignoriere ... sogar ... die Gründe, ... dieser unerwarteten ... Erschöpfung ...

Der Marquis (mit ruhiger Stimme, nach einer kurzen Pause):
Die Gründe? Die Gründe sind ganz einfach, Gabriel ... Die Gründe sind jener Wein aus Zypern ... und die Uhr ...
Gabriel: Der ... Wein?

Der Marquis ( ungeduldig):
Oh! Ich werde Euch wohl nicht alles bis zum letzten Detail erklären müssen, als wäret Ihr ein Student des ersten Semesters? Ich habe Euch testen wollen, Gabriel! Ich habe ein Experiment mit Euch gemacht!

Gabriel (der mit einer gewissen Angst zu reagieren beginnt):
Ein Experiment? ... ein künstlerisches? Ist es das, was Ihr sagen wollt?

Der Marquis:
Oh, nein, natürlich nicht! Es handelt sich eher um eine physiologische Erfahrung  angewandt auf die Darstellertechnik!
Gabriel: Physiologie ...( Er versteht plötzlich. Er erschreckt, hat aber nicht genug Kraft, um sich von dem Thron zu erheben). Der Wein! Das ist es ...!Oh, nein! Nein! Oh, mein Gott, nein! Wie seid Ihr fähig gewesen, das zu tun?
Der Marquis (energisch) : Weil ich es wissen musste!

Gabriel ( wird vor Panik wahnsinnig. Er schreit):
Wissen? Es gibt nichts anderes zu wissen, als dass Ihr ein Verbrecher seid!

Der Marquis (würdevoll):
Ich bin kein Verbrecher! Ich bin ein Wissenschaftler! Die Ästhetik ist eine Fiktion, und ich kann nicht ertragen, was unwahr ist. Das Einzige, was mich interessiert ist das Studium des menschlichen Verhaltens! Die Menschen sind wirkliche Dinge, lebendige Dinge, und dieses Studium vergnügt mich mehr als all Ihre Theaterstücke und Ihre Symphonien.

Gabriel:
Ihr seid verrückt! Ihr seid ein Monster!

Der Marquis (triumphierend) :
Seht Ihr? Euer Verhalten mir gegenüber ändert sich! Jetzt schon ... Jetzt habt Ihr wirklich Angst! Jetzt habt Ihr wirklich Angst, und diese Angst ist echt! Ihr wisst, dass Ihr sterben werdet. Dass Ihr nur einige Minuten zum Leben habt ... Oh! Welch außergewöhnliche Gelegenheit, um mein Experiment zu vervollkommnen! Ihr werdet auf dieselben Art und Weise wie mein Darsteller sterben! Die Fiktion weicht zurück, die Wirklichkeit hat sie besiegt! Jetzt gibt es keine zwei Visionen mehr der Welt noch der Dinge! Nur eine Vision, eine einzige Vision, die Wahrheit! Die Wahrheit über alle Gefühle und alle sozialen Konventionen! Die Wahrheit, Gabriel! Das ist so wertvoll wie ein Leben!
Gabriel (der es geschafft hat, sich mit Schwierigkeiten zu erheben, geht einige Schritte in Richtung Orchesterloge. Mit rauer Stimme, vollkommen außer sich): Wenn ich sterben muss, werde ich Euch vorher auch umbringen! Und wenn es meine letzten Kräfte kostet: Ich werde mich an Euch rächen!

Der Marquis (ohne zurückzugehen und mit Autorität): Wartet, Gabriel! Hört auf! Ich schlage Euch ... einen Pakt vor ...

Gabriel (unschlüssig, hört aber nicht auf, auf den Marquis zu zugehen) :
Es gibt keine Zeit mehr ... Es bleibt keine Zeit mehr dafür ...

Der Marquis:
Doch, es bleibt Zeit. (Er schaut auf seine Uhr). Genau acht Minuten.

Gabriel (er bleibt endlich stehen, steigt aber nicht von der Bühne herunter):
Was sagt ihr?

Der Marquis:
Die Droge ist dabei, sich langsam Eures Körpers - Eurer Bewegungen - zu bemächtigen ... aber Euer Verstand wird noch eine kurze Zeit erhellt bleiben (Kleine Pause. Energisch.) Ihr wollt Euer Leben retten, nicht wahr? Also, es wird nur von Eurer Schlauheit abhängen, ob Ihr es schafft (Er nimmt eine kleine Flasche aus seiner Tasche heraus und zeigt sie ihm). Seht Ihr dieses Fläschchen? Das ist ein Gegengift.

Gabriel ( nochmals drohend):
Gebt es mir! Wenn Ihr das nicht tut, werde ich Euch umbringen!

Der Marquis (ruhig):
Wenn Ihr es wagt, von der Bühne herunterzusteigen, werde ich die Flasche auf den Boden werfen.

Gabriel (sein Wille zerbricht nach langem Schweigen, und er sinkt zu Boden, besiegt, er weint und wird hysterisch): Oh, nein! Nein ...! Ich ... Ich, will nicht sterben ... Ich habe Euch vorhin betrogen! Ich will nicht sterben...!

Der Marquis (regungslos, als ob es sich um ein unbedeutendes Geschäft handle) :
Hört auf zu heulen und hört auf mich. Werdet Ihr meine Bedingungen akzeptieren? (Gabriel hält die Tränen zurück und, ohne aufzustehen, nickt er demütig mit dem Kopf) Also: Ihr werdet wieder für mich Theater spielen.

Gabriel (wieder heulend und feige): Wieder Theater spielen? Oh, nein! Ich ... könnte es nicht ...

Der Marquis: (unberührt):
Ihr werdet es können müssen..

Gabriel:
Auch wenn das so wäre ... meine Vorstellung wird ... ah ... wird ... (die Tränen zurückdrängend ) wird sehr schlecht sein ...

Der Marquis:
Es muss Eure beste Vorstellung werden, Gabriel! Wenn sie mir nicht gefällt ... hört ihr mich? Wenn sie mir nicht gefällt,... werde ich Euch das Gegengift nicht geben.
Gabriel (der in den Worten des Marquis die letzte Hoffnung des Todgeweihten sieht): Schwört Ihr mir es? ... Schwört Ihr mir, dass im Falle ...

Der Marquis (er unterbricht ihn):
Ich gebe Euch damit mein Wort (Kleine Pause. Er schaut wieder auf die Uhr): Euch verbleiben sechs Minuten, Gabriel. Eine sechsminütige Vorstellung, im Tausch für Euer Leben. Und, falls Ihr es rettet, versichere ich Euch, dass ich Euch viel mehr zahlen werde, als all das, was Ihr im Laufe Eurer Karriere verdient habt. Aber jetzt, macht schnell. Macht eine Anstrengung, um Euch zu konzentrieren und bereitet Euch vor, sofort zu beginnen. (Er öffnet die Schublade der Anrichte und nimmt eine kleine Sanduhr heraus, die er neben das Fläschchen mit dem Gegengift stellt). Wenn der Sand vollständig im unteren Teil ist, wird die Vorstellung zu Ende sein und Ihr werdet wissen, ob Ihr die Prüfung erfolgreich bestanden habt. (Er nimmt in einem Sessel Platz, neben dem Tisch, auf dem Sanduhr und Gegengift stehen) Ich bin bereit. (Gabriel steht nach einer Pause vom Boden auf und geht erneut mit schwankenden Schritten auf dem Thron zu. Er setzt sich hin, nimmt das Buch und betrachtet es auf der aufgeschlagenen Seite mit einem unergründlichen Ausdruck. Schweigen. Letztendlich willigt Gabriel mit einer Kopfbewegung in Richtung Marquis ein, aber ohne auf sein Gesicht zu schauen. Dieser verkündet mit feierlichem Ton): Die Vorstellung beginnt. (der Marquis dreht langsam und mit fast feierlichen Bewegungen die Uhr um, damit der Sand zu fließen beginnt. Gabriel, wie von einer unsichtbaren Macht getrieben, beginnt gleichzeitig mit seiner Vorstellung).

Gabriel (Man merkt, dass er, trotz seines physischen Zustandes, einen enormen Willensakt vollbringt, um sich zu überwinden. Mit blanken Nerven und auf seine Rolle konzentriert, versucht er jeden Satz jedes Wort zu nuancieren, jeder Arm- oder Kopfbewegung Bedeutung zu verleihen; sogar die kleinsten und bedeutungslosen Bewegungen werden von dem wilden Wunsch getrieben, die gegenwärtige Misere des Darstellers zu überwinden und sie zu einer Art von Opferritus zu machen, bei dem der Schauspieler den erbarmungslosen Kategorien einer höheren und schmucklosen Schönheit geopfert wird. Gegen sich selber, gegen seine eigene Natur, gegen seine Überzeugungen und seine künstlerische Erfahrung handelnd, geben sich Gabriels Körper und Geist der Erkundung dieser Worte hin, die gleichzeitig voller Demut und frei von Rhetorik sind. Ganz anders als die, die er bei der ersten Lektüre des Werkes verwendet hat. Seine Vorstellung wirkt so natürlich, so empfindsam, dass sie schon wieder oberflächlich wirkt. Er redet sehr langsam, er lauscht seinem Schweigen, er lässt sich von seinem eigenen vitalen Rhythmus mitziehen und identifiziert sich völlig mit seiner Rolle. Der Marquis, beklommen, hält den Atem an und schaut begierig auf das Gesicht des Schauspielers. Dicke Schweißtropfen erscheinen langsam auf der Stirn der beiden Männern. Jede Pause, jedes neue Wort hinterlassen zwischen den Wänden und den Möbeln Seufzer, die Ahnungen von Tod und Hoffnung sind):
Sagt mir, Freunde ... sagt mir, ihr, die mich in dieser fürchterlichen Stunde begleitet, sagt mir, was man von mir erwartet ... welche Haltung ich angesichts meines Todes e





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