Dušan Taragel
Das Märchen vom nörgelnden und maulenden Dušan
Dušan war ein ganz lieber und anständiger Junge, doch er hatte eine schlechte Eigenschaft: über alles, was irgend möglich war, nörgelte und maulte er. Das wäre an sich nichts Merkwürdiges, wenn das einmal in der Woche geschehen würde. Doch er nörgelte und maulte den ganzen Tag, von morgens bis abends, bis es schließlich niemand mehr aushielt und alle seinetwegen verrückt wurden.
Als erste wurde Tante Marta verrückt, die Cousine von Mütterchens Oma. Sie beabsichtigte, Dušan im Kindergarten abzuholen und dann mit ihm Eis essen zu gehen. Sie würden sich irgendwo im Park auf eine Bank setzen, am Eis lecken und sie würde ihm etwas über Vöglein, Blümchen und lustige Tierchen erzählen. Alle wollten Tante Marta von diesem Plan abbringen, sanken vor ihr auf die Knie und baten sie, es nicht zu tun, doch es half nicht. Tante Marta setzte sich einen schönen Sommerhut auf, nahm ihren neuen Regenschirm und mit ungeduldigem Getrippel eilte sie in den Kindergarten, um den lieben und anständigen Dušan abzuholen.
Dušan machte zunächst ein fröhliches und zufriedenes Gesicht. Direkt vom Kindergarten ließ er sich zum ersten Eismann fahren und sich dort ein riesiges Eis aufladen, erst als er sich mit Tante Marta auf die Parkbank setzte, ging es los mit der Nörgelei. Zuerst nörgelte er über das Eis, weil er es nicht schnell genug schlecken konnte und es ihm an den Fingern herabfloss. Dann nörgelte er sehr ernsthaft über alle Vögelchen, Blümlein und lustige Tierchen. Tante Marta öffnete vor Überraschung den Mund, doch ehe sie etwas sagen konnte, hatte Dušan es auch schon geschafft, über ihren Sommerhut und neuen Regenschirm zu nörgeln. Schließlich maulte er noch etwas Hässliches einer alten Oma entgegen, die vorbeiging und ihn fragte, wie er heiße und ob ihm das Eis schmecke. Tante Marta sprang überrascht und erschrocken von der Bank auf und wollte Dušan ermahnen, doch es war schon zu spät – sie wurde von Dušans Genörgel und Gemaule verrückt, rannte davon und wurde nie wieder gesehen, bloß ihr schöner Sommerhut wurde irgendwo gefunden.
Als zweite wurde Tante Duchna verrückt, die jüngste Schwester von Väterchens Patentante. Sie hatte beschlossen, Dušan in den Zoo mitzunehmen. Dort würde sie ihm Tiger, Löwen und Bären zeigen und ihm dabei mit einem geschickten Trick das Nörgeln und Maulen abgewöhnen. Alle wollten Tante Duchna von diesem Plan abbringen, sanken vor ihr auf die Knie und baten sie, es nicht zu tun, doch es half nicht. Tante Duchna zog sich einen fröhlichen bunten Rock an, nahm eine riesige Handtasche, stopfte sie mit Schokolade und Süßigkeiten voll, schnappte Dušan an der Hand und schon rannte sie mit ihm in den Zoo.
Dušan machte zunächst ein liebes und höfliches Gesicht. Er stopfte sich mit Süßigkeiten voll und lauschte aufmerksam Tante Duchna, die bei jedem Tiergehege laute Reden hielt und dabei fröhlich ihre Handtasche schwenkte. Doch dann kamen sie zum Löwenkäfig und Dušan fing an zu nörgeln. Er sagte, die Löwen würden stinken, und dass er auf stinkende Löwen überhaupt nicht gespannt sei. Ebenso wenig sei er auf die Bären gespannt, denn sie würden bestimmt noch mehr stinken als die Löwen. Tante Duchna starrte ihn überrascht an und sagte, dass die Bären bestimmt nicht stinken, da sie häufig baden und außerdem Fahrrad fahren und Fußball spielen. Es würde reichen, wenn sie zum Bärenkäfig gingen, um sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen. Dušan sagte, er würde nirgendwo hingehen, und außerdem stinken auch die Affen, Pferde, Schlangen, Papageien, Giraffen und Schildkröten. Der ganze Zoo würde stinken, und am allermeisten stinke Tante Duchna, er wolle jetzt nach Hause und Schluss. Tante Duchna schrie vor Überraschung auf, ließ ihre Handtasche los und fasste an ihr Herz. Sie wollte noch etwas sagen oder rufen, doch es war bereits zu spät, sie wurde von Dušans Genörgel und Gemaule verrückt, und so, wie sie war, völlig verrückt geworden und ohne Handtasche, rannte sie aus dem Zoo und wurde nie wieder gesehen, bloß ihr lustiger bunter Rock wurde irgendwo gefunden.
Als dritte wurde Tante Rosemarie verrückt und als vierter Onkel Albert. Beide hatten beschlossen, mit Dušan zu einer Aufführung ins Kindertheater zu gehen. Alle wollten sie von diesem Plan abbringen, sanken vor ihnen auf die Knie und baten sie, es nicht zu tun, doch es half nicht. Tante Rosemarie zog ihr festliches rosa Kleid an, Onkel Albert seinen schwarzen Theateranzug, jeder nahm von einer Seite Dušan an der Hand und sie machten sich mit ihm auf ins Theater.
Dušan machte zunächst ein fröhliches und zufriedenes Gesicht. Er saß mit Tante Rosemarie und Onkel Albert in der ersten Reihe und beobachtet die Schauspieler, die komisch herumpolterten, sich gegenseitig anschrieen und sich über die Bühne wälzten. Doch dann kam der Teufel in einer Jägeruniform, begann alle Schauspieler zu jagen, und wollte sie mit seiner spitzen Forke aufspießen. Dušan gefiel das gar nicht und er fing an zu nörgeln. Er sagte, der Teufel sei blöd und hässlich und Onkel Albert solle auf die Bühne steigen, den Teufel verhauen und ihn vertreiben. Onkel Albert starrte ihn überrascht an und flüsterte etwas, aber Dušan hörte ihm überhaupt nicht zu. Er nörgelte über das ganze Theater, den Vorhang, den Kronleuchter, die Teppiche, die Plüschsitze und alle Kinder, die mit offenem Mund auf die Bühne schauten, wo der Teufel gerade im Begriff war, die wunderschöne Prinzessin zu zerstückeln. Dušans Genörgel zog sich wie ein rätselhaftes, giftiges Gas durch das ganze Theater und gelangte schließlich bis zu den Schauspielern. Sie bekamen einen Schreck und vergaßen, was sie eigentlich spielen sollten. Anstatt dass der Teufel die Prinzessin zerstückelte, spießte er den tapferen Prinzen auf, dieser fiel um und riss dabei das Häuschen nieder, in dem die Hexe wohnte. Aus dem Häuschen lief dann der als Wolf maskierte Schauspieler, stolperte und fiel auf den alten König. Der alte König machte einen überraschten Schrei und fiel von der Bühne herunter, genau ins Orchester. Weitere Schauspieler rannten daraufhin über die Bühne, stolperten über umgefallene Requisiten und verwirrt deklamierten sie alles, woran sie sich erinnerten. Es entstand ein furchtbares Chaos. Tante Rosemarie ermahnte Dušan, er solle endlich mit der Nörgelei aufhören, doch er nörgelte sofort über ihr rosa Kleid und sagte, Onkel Albert habe ausgelatschte Schuhe. Tante Rosemarie wurde davon augenblicklich verrückt und lief hoch auf die Bühne, wo sie sich den Schauspielern anschloss. Onkel Albert sprang zuerst wütend auf und wollte empört eingreifen, doch dann wurde auch er verrückt, rannte aus dem Theater und wurde nie wieder gesehen, bloß seine ausgelatschten Schuhe wurden irgendwo gefunden.
Nach diesem Ereignis war es klar, dass früher oder später jeder verrückt würde, der Dušans Genörgel und Gemaule lauschen müsse. Manche erschraken und zogen weg. Andere schlugen vor, Dušan in die Hände von Fachleuten für Nörgelei zu geben. Andere wollten Dušan gleich in eine Anstalt für ungezogene Kinder bringen, wo Professor Ärgerlich schon irgendwie zurechtkäme und ihn vom Nörgeln und Maulen heilen würde. Dagegen stellten sich jedoch Mütterchen und Väterchen. Sie sagten, am Sonntag habe Tante Hunta ihren 80. Geburtstag und alle seien zu ihrer Feier eingeladen. Wie würde das denn aussehen, wenn sie ohne Dušan kommen und sagen würden, dass sie ihn zum schrecklichen Professor Ärgerlich in irgendeine Anstalt für ungezogene Kinder gesteckt haben? Bei diesen Worten wurden alle traurig und beschlossen schließlich, Dušan erst nach der Geburtstagsfeier von Tante Hunta in die Anstalt zu bringen.
Am Sonntag zogen also alle ihre festlichen Kleider an, nahmen eine Menge Geschenke und Blumen und machten sich gemeinsam auf den Weg zu Tante Hunta. Schon unterwegs wurde Tante Annemarie verrückt, die Schwägerin von Väterchens Bruder. Sie hatte sich im Bus neben Dušan gesetzt und versuchte ihn zu unterhalten, indem sie ihn mit Süßigkeiten fütterte und ihm aus dem Fenster verschiedene interessante Dinge zeigte: Häuser, Bäume, Autos, Wolken, Menschen und Gras. Dušan gefiel das anfangs, aber dann fing er an zu nörgeln und sagte, der Bus würde zu langsam fahren und die Köpfe von allen würden dabei komisch wackeln und in Tante Annemaries Kopf habe sich durch das Gewackel bestimmt alles vermischt. Tante Annemarie wurde bei diesen Worten sofort verrückt, so dass man sie aus dem Bus laden und am Straßengraben sitzen lassen musste.
Der Bus hielt schließlich am Rande der Stadt vor einem altertümlichen, gemauerten Haus. Alle stürzten heraus und eilten mit großem Gepolter, Gekeuche und Geschrei hoch in die achte Etage, wo Tante Hunta wohnte. Selbstverständlich fing Dušan an zu nörgeln. Er sagte, er schaffe es nicht die Treppe hinaufzulaufen und würde am liebsten mit dem Aufzug fahren. Onkel Paul, der der jüngste Bruder von Mütterchens Cousine war, bot sich an, Dušan auf seinem Rücken nach oben zu tragen. Alle wollten ihn von diesem Plan abbringen, sanken vor ihm auf die Knie und baten ihn, es nicht zu tun, doch es half nicht. Onkel Paul lud sich Dušan auf den Rücken und fing ganz mutig an, die Treppe hochzusteigen. Aber schon im dritten Stock wurde er von Dušans Genörgel verrückt, lud ihn wieder auf den Boden ab und, seltsame Laute von sich gebend, rannte er irgendwohin und niemand hat ihn je wieder gesehen, gehört oder getroffen. Dušan musste zu Fuß und allein in die achte Etage hochgehen, weil alle sich vor seiner Nörgelei bei Tante Hunta versteckt hatten.
Tante Hunta erwartete sie mit weit ausgebreiteten Armen. Das Alter hatte bewirkt, dass sie ganz taub war, aber das machte ihr nichts aus und sie freute sich über die Ankunft der Gratulanten. Alle umarmten sie, küssten sie, und beglückwünschten sie zum Geburtstag. Danach setzten sie sich an den festlich gedeckten Tisch und fingen an, sich mit Suppe, Schnitzeln und Kartoffeln vollzustopfen. Dušan hatten sie ganz vergessen und hofften, er habe sich irgendwo verlaufen oder sei von einer fleischfressenden Raubkatze verspeist worden. Doch sie hofften vergeblich. Sie hatten noch nicht mal die Suppe aufgegessen, als sie aus dem Flur einen großen Lärm hörten. Den größten Mut bewies Onkel Felix, Tante Huntas jüngster Sohn. Vorsichtig öffnete er die Tür um einen Spalt und erblickte, dass sich dort ein Auflauf von Nachbarn aus den danebenliegenden Wohnungen befand. Alle schrieen aufgeregt und fuchtelten mit den Armen. Vor ihnen stand Dušan und nörgelte und maulte so sehr, dass die Nachbarn es nicht mehr aushielten, alle auf einmal verrückt wurden und in alle Richtungen davonliefen. Auch Onkel Felix wurde verrückt und gleich nach ihm auch Tante Marie, die aus Neugier in den Flur gekommen war, um zu schauen, was dort geschieht.
Tante Hunta freute sich über Dušans Ankunft. Sie ließ sich von ihm zum Geburtstag gratulieren und setzte ihn an den festlich gedeckten Tisch gleich neben sich, um ihn mit allen Köstlichkeiten füttern zu können, die sie gekocht und gebacken hatte. Alle schwiegen verblüfft und warteten, was passieren würde. Doch es passierte nichts. Dušan war auf dem Weg nach oben hungrig geworden, und darum stopfte er sich mit Freude voll und beachtete niemanden. Alle seufzten voll Erleichterung auf. Schnell aßen sie ihre Schnitzel und Kartoffeln auf, flößten sich Wein ein und begannen eine Debatte über Dušans Genörgel und Gemaule. Manche behaupteten, Dušan würde nur deswegen nörgeln, weil er Hunger habe. Man müsse ihm zu essen geben und dann sei Ruhe. Andere vermuteten, die Ursache liege eher an den Sachen, über die Dušan nörgelte. Als Beispiel nahmen sie den verrückt gewordenen Onkel Albert: Wäre er nicht in ausgelatschten Schuhen herumgelaufen, hätte Dušan nicht zu nörgeln gebraucht und Onkel Albert wäre nicht verrückt geworden. Die nächsten sagten, Dušans Genörgel und Gemaule würde so verschwinden, wie es gekommen ist: von jetzt auf gleich. Man würde es gar nicht mitkriegen, und schon sei es vorbei mit der Nörgelei und Maulerei, behaupteten sie fröhlich, aber niemand glaubte es ihnen. Alle betrachteten Dušan, wie er sich zufrieden mit Apfelkuchen vollstopfte, und warteten, wie es weitergehen würde.
Schließlich beschloss Onkel Anton, der Mann von Mütterchens älterer Schwester, er würde zur allgemeinen Belustigung Ziehharmonika spielen. Alle wollten ihn von diesem Plan abbringen, sanken vor ihm auf die Knie und baten ihn, es nicht zu tun, da Tante Hunta sowieso taub sei und es daher völlig ausreiche, wenn sie gemeinschaftlich still den Mund öffnen würden, doch es half nicht. Onkel Anton packte die Ziehharmonika aus der Hülle und begann, auf ihr vorzuspielen. Dušan wurde aufmerksam und aß schnell seinen Apfelkuchen auf. Onkel Anton verkündete mit munterer Stimme, das erste Lied sei für das Geburtstagskind Tante Hunta und er machte sich hurtig ans Spielen und Singen. Seine mächtige Stimme ließ das ganze Wohnzimmer erzittern und sicherlich hörte auch Tante Hunta sie, weil sie selig lächelte. Dušan machte ein zufriedenes und höfliches Gesicht. Es schien, dass er nichts gegen Musik und Gesang habe, und darum trauten sich die anderen Verwandten nun auch Onkel Anton anzuschließen, und kurz darauf sangen alle gemeinsam fröhliche Lieder.
Mit dem ganzen Verderb begann Tante Emma, die Cousine von Mütterchens Patenonkel. Sie bemerkte, dass Dušan nicht mitsang, und beschloss, ihm zumindest das Singen eines Liedes beizubringen. Wenn die weitere Verwandtschaft von diesem Einfall gewusst hätte, wäre sie bestimmt vor Tante Emma auf die Knie gesunken und hätte sie gebeten, es nicht zu tun, sie hätte es ihr gar verboten, und einige hätten sie vielleicht auch gefesselt, ihr den Mund gestopft und sie in den Schrank gesteckt, doch alle sangen und niemand schenkte ihr Beachtung. Tante Emma setzte sich unauffällig neben Dušan und fragte ihn, ob ihm die Lieder gefallen. Dušan antwortete, sie würden ihm gefallen. Dann fragte sie ihn, ob er nicht gerne irgendein Lied singen würde. Dušan schüttelte den Kopf. Tante Emma sagte, Singen sei ganz leicht und dass jeder es könne. Sie würde mit dem Gesang anfangen, Dušan würde sich dann anschließen und merken, wie leicht das sei. Sofort schmetterte sie los und mit fröhlichem Gesicht sang sie ein Lied, das Onkel Anton spielte. Dušan gefiel das nicht. Sofort fing er zu nörgeln an und sagte, Tante Emma singe nicht, sondern kreische, und ihre Stimme erinnere ihn an eine fette Kröte. Außerdem würde er in ihrem Mund alle Plomben sehen und in ihrer Nase alle Haare. Tante Emma konnte vor Überraschung nur die Augen aufreißen. Aus ihrem Mund kam kein Lied mehr, sondern merkwürdiges Gebrabbel und womöglich wollte sie auch etwas sagen, doch sie schaffte es nicht mehr – sie war verrückt geworden, fiel unter den Tisch, von wo aus sie vierbeinig in den Flur hinauslief, vom Flur ins Treppenhaus und von dort irgendwohin weg, ins Unbekannte.
Augenblicklich brach Panik aus. Alle sprangen auf und versuchten, sich vor dem Verrücktwerden zu schützen. Manchen gelang es nicht und sie wurden gleich am Tisch verrückt. Andere wurden verrückt, als sie aufstanden, weitere im Flur. Die Geschickten schnappten sich ihre Mäntel, Hüte und Handtaschen und liefen aus der Wohnung, mit Geschrei und Gepolter eilten sie die Treppe herunter und flohen in alle Richtungen. Onkel Anton wurde beim Singen verrückt. Mit seiner Harmonika lief er auf die Straße, sprang in eine Tram und seitdem fährt er darin, spielt lustige Lieder und weigert sich auszusteigen. Einige aus der Verwandtschaft rannten bis hinter die Stadt und versteckten sich im Wald. Andere, völlig verrückt geworden, rannten auch ohne Mäntel und Mützen, mit wehenden Hemden, Krawatten und Röcken bis in die Nachbarstadt und von dort noch weiter in andere Länder, Erdteile und Kontinente und nie wieder hat jemand sie gesehen, getroffen oder von ihnen gehört.
In der Wohnung blieben nur Tante Hunta und Dušan zurück. Überall lagen umgestoßene Gläser und Stühle herum. In der Diele lagen einige Mäntel und Hüte, auf dem Tisch lagen die Teller durcheinander verstreut mit unaufgegessenen Resten von Desserts und Kuchen sowie einige Damenhandtaschen. Dušan hörte auf zu nörgeln und schaute sich überrascht um. Tante Hunta wippte immer noch mit der Hand im Takt und öffnete den Mund, als ob sie bei Onkel Antons Lied mitsingen würde. Sie war als einzige nicht verrückt geworden, da sie taub war und Dušans Nörgelei und Gemaule nicht hören konnte.
Und so kam es, dass Dušan bei Tante Hunta blieb. Tante Hunta dachte, die Verwandtschaft habe ihn dort für sie als Haushaltshelfer gelassen, und von da an musste er ständig aufräumen, Geschirr spülen, fegen und zum Einkaufen in den Laden gehen. Er konnte nörgeln und maulen, soviel er wollte, Tante Hunta hörte ihn nicht, und er musste ihr sogar jedes Mal ein schönes Lied vorsingen, wenn er etwas zu essen bekommen wollte. Tante Hunta lächelte dann zufrieden, wippte mit der Hand im Takt und war ganz bestimmt glücklich.



