Eine Novelle: Mehis Heinsaar, Der schöne Armin

Der schöne Armin (Ilus Armin)
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(c) Jüri J Dubov
Aus dem Estnischen von Irja Grönholm

So ganz genau wußte niemand, wer der Vater des schönen Armin war. Man vermutete, es wäre ein durch die Lande ziehender Zigeuner gewesen, der mit seinem Geigenspiel und den schwarzen Augen der Ehefrau den Kopf verdreht, ihr noch im Heuschober den Rock über den Kopf gestülpt und ihr die fremde Leibesfrucht in den Körper gepflanzt hatte. Denn Ehefrau war die Mutter des schönen Armin zu jener Zeit bereits, vier Kinder hatte sie dem Dorfschuster Priidik, ihrem angetrauten Ehemann, geboren. Und es war noch nie vorgekommen, daß sie ihren Mann betrogen hätte. Indes, sie war nun einmal vom Schicksal auserwählt, genau auf solche ehrvergessene Art den schönen Armin zu uns auf die Welt zu bringen. Den schönen Armin, der dem Dörfchen Illause viel Wirrnis, Streit und Unglück bringen und den später, viel später ein schreckliches Ende erwarten sollte, aber so ist nun einmal das Schicksal der Auserwählten.

In der Familie der Hansuojas hatte es bislang ausschließlich meeresgraue Augen gegeben, blonde Haare und einen rosigen Teint, aber als dann in Priidiks und Liisas zehntem gemeinsamen Frühling ein Knabe mit zimtbrauner Haut und gewitterblauen Augen aus dem Leib der Gebärenden ans Tageslicht kam, herrschte eine ganze Zeitlang nachdenkliches Schweigen am Bett in der Ecke der Stube. Das heißt, es schwiegen Priidik, Liisa und die Kinder mit dem rosigen Teint, das Neugeborene freilich weniger. Es nahm sich das Recht, ein großes Geschrei zu erheben, um damit der Welt und den schweigend am Bett Versammelten seine siegreiche Ankunft kund zu tun. Die geschwächte Mutter indes glaubte aus dem Schreien des Neugeborenen Schimpf und Schande herauszuhören, gerichtet an sie, wie auch an die Adresse des unbekannten Vaters, gerichtet an das Schicksal, das ihm von nun an auferlegte, das Kreuz des schönsten und somit auch einsamsten Menschen zu tragen. Aber im Augenblick erinnerte der Knabe eher an einen winzigen grimmigen Greis, der verlangte, daß man ihn endlich wasche und ihm Nahrung gebe, was der versteinerten Hansuoja-Sippe immer noch nicht eingefallen war zu tun. Erst als auf das Geschrei des Kindes die alte Leena vom Nachbarhof gelaufen kam, den dunklen, noch mit der Nabelschnur an der Mutter hängenden Knaben erblickte und, die Hände über dem Kopf zusammenschlagend, rief, was denn, wollt ihr das Kind umbringen, erst da brach das Schweigen ab, um in emsige Geschäftigkeit umzuschlagen, heißes Wasser wurde herbeigeschleppt, die Nabelschnur wurde durchtrennt, man überschrie und belehrte einander, was zu tun und was zu lassen sei. Der kleine Armin war von der Welt aufgenommen worden.

Die Hansuojas behielten den Jungen bei sich. Schuster Priidik war ein gottesfürchtiger Mann, und nach zwei, drei Ohrfeigen, die er seiner Liisa austeilte, als er von ihrem Fehltritt erfahren hatte, vergab er ihr, und mehr wurde über die Sache nicht gesprochen. „Es ist nicht an mir, über die Dinge der Welt zu richten, was richtig und was falsch ist, wer leben und wer sterben soll.“ So dachte Priidik. Es war Liisa nun einmal vorherbestimmt, an jenem Morgen allein ins Heu zu gehen und dort dem Zigeunerburschen zu begegnen. Die Wege des Herrn sind unergründlich. Natürlich, wenn jemand aus dem eigenen Dorf -, das wäre etwas anderes gewesen. Dann hätte es Mord und Totschlag gegeben, denn die Mannesehre galt es hoch zu halten. Aber hier lagen die Dinge anders. Abends, wenn die Kinder schlafen gegangen waren, schlich Schuster Priidik ans Bett des kleinen Armin und schlug heimlich ein Kreuz, denn wer wußte schon, was für dunkle Seiten sich in seinem Blut verbergen mochten.

So wuchs der kleine Armin im Kreise seiner Brüder und Schwestern - es wurden noch drei weitere geboren - heran, ließ im Bach hinter dem Dorf Holzschiffchen schwimmen, lief am Rockzipfel der Mutter über die Feldwege zwischen den Dörfern oder ließ sich zum Füttern mit in den Schweinestall nehmen. Nur von den anderen Kindern hielt er sich fern, spielte seltsame Spiele mit Steinchen, die die anderen nicht kannten, oder saß einfach da und betrachtete irgend etwas, den Blick unverwandt auf einen Punkt gerichtet. Stundenlang. Am liebsten saß er auf dem kiesbestreuten Platz mit dem niedergetrampelten Gras inmitten des Dorfes, schichtete sorgfältig flache Steinchen zu einem Turm auf, der, kaum fertig, von den anderen Kindern unter Freudengeheul mit Knüppeln beworfen und dem Erdboden gleich gemacht wurde. Oder wenn er nicht gerade Steinchen zu Türmen schichtete, dann saß er einfach da, schön wie die nackte Sünde, unter den Augen des ganzen Dorfes. Und so mancher Erwachsene schlich sich, wenn gerade niemand zu sehen war, an das Kind heran, berührte ungläubig die feinen schwarzen Augenbrauen, die kleine wohlgeformte Nase oder die zimtbraune Haut. Schaute tief in die gewitterblauen, traurigen Augen, erschrak und kehrte rasch wieder an seine Arbeit zurück.

Ein wenig älter geworden, etwa sieben- oder achtjährig, erwarb sich Armin unter den Dorfjungen einen besonderen Ruf, gleichwohl man ihn, auch jetzt noch, für etwas töricht hielt. Den Ruf erwarb sich Armin als Jäger, als Ferkelfresser-Jäger. Ferkelfresser nannte man in Illause die großen Ratten, die sich im dorfeigenen Schweinestall an dem den Säuen vorgeworfenen Getreide gütlich taten, und, dick und fett gefressen, die an den Säuen hängenden, schmatzenden Ferkel attackierten, nicht selten den Jungtieren den Schwanz oder ein Bein abbissen. Man versuchte ihrer zwar mittels Gift und Fallen Herr zu werden, doch größeren Nutzen erbrachte dies nicht. Höchstens den, daß die Zahl der Schmarotzer unter Kontrolle gehalten wurde. Aber auch das war vor allem den Dorfjungen zu verdanken, die mit den vom alten Villemson gefertigten Schleudern tagelange Rattenjagden abhielten. Die Jungen bildeten eine eingeschworene Gemeinschaft, und von selbiger aufgenommen zu werden, war eine Frage der Ehre.

Armin gesellte sich jedoch beinahe unbemerkt dazu. Wenn er gemeinsam mit der Mutter die Schweine füttern ging, beobachtete er die umherhuschenden Ratten sehr genau, merkte sich, zu welcher Zeit sie an den Schweinetrog Futter stehlen kamen und auf welche Weise sie ihre Blitzangriffe auf die Ferkel starteten. Er entdeckte, daß den Ratten eine genaue innere Uhr innewohnte, daß sie in bestimmten Zeitabständen auftauchten und wieder verschwanden, ein Gebaren, das den Dorfbewohnern wohl verborgen geblieben war. Armin sah auch, auf welche Weise die Jungen mit den Katapulten Jagd auf die Ferkelfresser machten, durchschaute ihre Ungeduld, das Tier möglichst schnell zu treffen, um dann den anderen den Sieg zu verkünden. Die guten und kaltblütigen Schützen wollten meist nicht lange lauern, und diejenigen, die die Fähigkeit besaßen, an der richtigen Stelle zu stehen, verloren wiederum im falschen Augenblick die Nerven und trafen nur zufällig entweder den Schwanz oder ein Ohr der Ratte.

Dies alles dauerte einige Jahre, und eines Tages, als Armin fühlte, daß die Zeit reif war, erbat er von der Mutter eine Bütte Butter und einen Sack Mehl und ging zum alten Villemson, der ein guter Handwerker war und die besten Schleudern des ganzen Dorfes schnitzte. Armin stellte Butter und Mehl vor dem Alten ab und starrte Villemson wortlos an. Der alte Villemson neigte den Kopf ein wenig nach rechts, kniff ein Auge zu und schaute nun seinerseits Armin in die Augen. So standen sie eine ganze Weile, bis sich auf dem runzligen Gesicht des alten Villemson so etwas wie ein Lächeln abzeichnete. Er verschwand kurzerhand im Hinterzimmer, rumorte dort ein wenig und erschien bald darauf mit einer hübschen Schleuder aus Ahorn, die mit seltsamen Kreuzen und Zeichen verziert war. Er reichte sie dem Jungen und sprach:

„Von dir nehme ich keinen Lohn.“

Dabei blieb es. Am nächsten Tag, als Armin die Mutter in den Schweinestall begleitete, nahm er die Schleuder bereits mit. Er tat sich eine gewisse Zeit im Stall um, wobei er den Anschein erweckte, als würde er etwas ausmessen oder berechnen, und schlich dann zwischen den Schweineboxen hindurch zu einer der entlegensten Ecken im Stall und bezog dort in erstarrter Haltung Posten, den Blick fest auf einen Punkt gerichtet. Die Jungen, die Armin mit der schönen neuen Schleuder sahen, grinsten herablassend, aber verloren kein Wort. Nie wurde ein Rattenfänger aus dem Schweinestall verjagt, bevor er nicht zehn Probeschüsse abgegeben hatte. Hatte er dabei keinen einzigen Ferkelfresser erlegt, durfte er den Schweinestall nicht mehr betreten. Es sei denn, er war gerade der Schweinehirt.

Eine und eine halbe Stunde hielt Armin die Schleuder gespannt, zielte mit dem Stahlgeschoß, einer Mutter, in die Ecke einer Schweinebox, in der sich jedoch überhaupt nichts rührte. Ein paar Meter weiter lag eine mächtige Sau seitlich auf dem Boden, am Gesäuge sechs kleine, zarte Ferkel, die drängelnd und quiekend um die besseren Stellen kämpften. Was hatten sie schon zu befürchten? Doch Armin harrte aus. Starr wie eine Mumie, besser, wie ein Pfahl, stand er auf dem Fleck, die Schleuder im Anschlag, und ließ sich weder von den Fliegen stören, die auf seinem Gesicht herumkrabbelten, noch von den Jungen, die ihn aus gemessener Entfernung spöttisch beobachteten. Bis es jäh in seinen Augen aufleuchtete – ein Blitz – und er die Stahlmutter abschoß. Man hörte einen dumpfen Aufprall, ein durchdringendes Fiepen, dann war alles still. Einige größere Jungen, die das Ganze von Ferne verfolgt hatten, eilten jetzt dorthin, wo das Geschoß gelandet sein mußte. Und fanden in der Ecke der Schweinebox, wo einen Augenblick zuvor noch Leere geherrscht hatte, zu ihrer Verwunderung eine große Ratte liegen, die Zähne gebleckt, im Schädel die Stahlmutter steckend. Das Tier war mitten in seiner Blitzattacke auf die Ferkel getroffen worden. Das war ein schöner Schuß. Der schönste, den es überhaupt geben konnte, und mit einer Mischung aus Neid, Erstaunen und Freude blickten die Jungen jetzt auf Armin. Dann berührten sie mit einer Schleuder seine rechte Schulter. Das war das Zeichen, daß Armin in die Gruppe aufgenommen worden war.

Binnen kurzem war Armin der beste Rattenjäger. Die anderen ließen sich beim Aufspüren der Ratten willig anleiten und übernahmen Armins Jagdmethode. Er machten den Jungen auch den Unterschied zwischen der inneren Uhr des Menschen und der Ratte klar, und binnen zweier, dreier Jahre blieben nahezu alle Ferkel von den Ratten verschont. Verschont blieb auch Armin, denn ihn mußten nun auch diejenigen in Ruhe lassen, denen es Genugtuung bereitet hatte, den Jungen wegen seines dunklen mädchenhaften Gesichts und seiner eigenwilligen Wesensart zu verhöhnen, denn es war bekannt, daß die Rattenjäger Rache übten.

Doch die Zeit verging, und an die Stelle der alten Rattenfänger traten jüngere. Auch Armin konnte nicht mehr tagelang im Schweinestall umherstreichen, weil der Stiefvater Hilfe in der Schusterwerkstatt brauchte und es zudem an der Zeit war, in die Schule zu gehen. Aber noch eine Veränderung brachte die Zeit mit sich: Schönheit.

Wie eine einzelne, sich langsam entfaltende Knospe hatte sie über Jahre hinweg in Armins Knabenkörper verharrt und war lediglich als Ahnung ihrer selbst in den Augen des Jungen, in seinem feingeschnittenen Gesicht und seiner seltsam verhohlenen Traurigkeit zutage getreten. Jedoch als Armin fünfzehn Jahre alt geworden war, brach die Schönheit im Laufe nur weniger Monate direkt schamlos zu voller Blüte auf. Es war eine hochfahrende, unvermittelte, nackte Schönheit, die jetzt den Dorfbewohnern aus dem Jünglingsgesicht und dem bereits männlichen Gestus entgegensah. Ebenmäßige Züge, ein leuchtender, zugleich schwermütiger Blick, der das weite Meer ins Dorf holen wollte, nahezu jungfräulich schimmernde Haut ... als hätten die Götter, plötzlich erwacht, zur Verwirrung der Menschen beschlossen, ein Wesen zu erschaffen, das ihre verborgensten Träume ans Tageslicht bringt, ihre geheimsten Sehnsüchte aus den Tiefen des Vergessens befördert – aber allein jene, die nie und nimmer dafür vorgesehen sind, in Erfüllung zu gehen.

Und Armin fürchtete dies alles. Er fürchtete sich vor seinem göttergleichen Antlitz, er fühlte sich eingekerkert in seinem unirdisch schönen Körper. Er wich zurück vor seinen gewitterblauen Augen, obwohl er sie gern im Spiegel sah und ferne Welten aus ihnen herauslas. Ihn schauderte die ganze unnahbare, übermenschliche Schönheit, die sich anschickte, seine Dorfjungenseele Stück für Stück zu verschlingen. Und diese Furcht, die Angst, auserwählt zu sein, verlieh ihm einen nur noch größeren Zauber.

Armin war es vorherbestimmt, dieses Kreuz sein Leben lang zu tragen. Denn zu einem Kreuz wurde es nicht nur für ihn, sondern auch für die Bewohner des Dörfchens Illause und sogar des Nachbarstädtchens Karksi-Nuia. Armins Schönheit, jetzt in voller Blüte, sprang wie Gift in die Augen der Menschen, vertrieb ihren Seelenfrieden, durchtränkte ihre Träume, zerstörte ihre Zeit. Angesteckt wurden die Männer ebenso wie die Frauen. Die Männer zeigten sich verdattert und entgeistert, die Frauen wehrlos und verwirrt. Und bekanntlich ist des Menschen Wesen schwach. Oder - vielleicht doch nicht so ganz? Nun, der Mensch vermag sich der Kälte, des Hungers, des Schmerzes erwehren, er mag seinen Feind töten und über Faulheit und Verlust erhaben sein. Aber wie sich gegen Schönheit wehren, gegen eine aberwitzige Erscheinung aus dem Garten Eden, besonders dann, wenn sie unmittelbar neben dir atmet und lebt, als fleischgewordene Erscheinung – das hatten die Menschen, zumindest hier im kargen und stürmischen Norden, noch nicht gelernt.

Und so geschah es, daß Armin allein mit seiner Anwesenheit den Alltag seiner Mitmenschen zu stören begann, den Fluß ihrer Arbeit ins Stocken brachte. Die Mädchen in der Schule starrten, anstatt dem Lehrer zu folgen, selbstvergessen Armin an, und die Jungen mußten ihm immer wieder einen kräftigen Schlag versetzen, ob in den Rücken oder in die Rippen, und nicht etwa aus Zorn oder Rache, sondern wegen der göttlichen Gesichtszüge, die alles vergessen ließen, wegen der gewitterblauen Augen, in die zu blicken glücklich machte, und wegen des Charakterwesens, gegen das man schlicht machtlos war. Aus allen diesen Gründen hielt Armin es für richtiger, überhaupt nicht mehr zur Schule zu gehen. Er half dem Stiefvater daheim, Schuhe zu reparieren, half der Mutter das Vieh zu versorgen und kümmerte sich obendrein um die kleineren Geschwister. Und erst am Abend, wenn es draußen bereits dämmerte, wanderte er mutterseelenallein auf der Landstraße zum Dorf hinaus, rastete am Ufer des Baches, kaute auf einem Grashalm, schwieg vor sich hin oder führte Selbstgespräche. Aber es gab doch noch einen Ort mit viel Zulauf, den er allsonntäglich aufsuchen mußte, und das war die Kirche.

Weil Priidik ein frommer Mann war, stand es vollkommen außer Frage, sonntags, wenn in der Kirche gepredigt wurde, etwa zu Hause auf der faulen Haut zu liegen. Nur die Jüngsten durften daheim bleiben. Also machte sich der schöne Armin schon frühzeitig auf, um dem Gewimmel auf dem Kirchplatz aus dem Wege zu gehen. Eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes nahm er in der hintersten Ecke der letzten Bankreihe Platz und wartete geduldig. Bald darauf strömten die Leute aus Dorf und Stadt in die Kirche, der Pastor trat aus der Sakristei, segnete das Volk, und der Gottesdienst nahm seinen Lauf.

Merkwürdigerweise geschah es aber jedesmal, daß ein weibliches Wesen neben Armin zu sitzen kam. Manchmal ein ganz junges Mädchen, eine Maid im heiratsfähigen Alter, oder eine Witwe, mitunter sogar eine ehrbare Ehefrau, deren Gemahl es vorgezogen hatte, statt in der Kirche in der Schänke zu sitzen. Und wenn es dann daran ging, das Vaterunser zu beten, entdeckte das weibliche Wesen neben Armin plötzlich, daß dessen gewitterblauem Blick der gleiche Paradiesbeweis innewohnte, der gleiche schmerzensreiche Ausdruck sowie der ewige Ruf, wie beim Gekreuzigten auf dem Altarbild. Sie bemerkte sogar, daß der Paradiesträger neben ihr nicht fern, kalt und ewig war, sondern höchst warm und ein wenig scheu, schlichtweg eine Verheißung aus Fleisch und Blut. Und schließlich wähnte die tugendhafte Frau in ihrer Sinnesverwirrung, daß sie ihr Dankopfer mit Leib und Seele allein diesem warmen Altar mit den gewitterblauen Augen darzubringen habe. Und erwachte nicht eher aus ihrer Verwirrtheit, ehe der in der Seele brennende Fluch der Sucht wieder einmal Frieden gefunden hatte und sie gewahr wurde, daß sie auf einem gänzlich irdischen Glied saß, den Leib voll von heißem Samen. Mit Scham und Wut riß sie sich von dem schönen Armin los, erhitzt und erbost stahl sie sich aus dem Gotteshaus. Aber was nützte es – die Tat war getan, der Geschmack des Paradieses geschmeckt.

Dies wiederholte sich von Sonntag zu Sonntag, bis die Sache durch ein törichtes Mädchen ruchbar wurde, das Armin in aller Öffentlichkeit als Jesus Christus bezeichnete und sich an seinem Kreuz kreuzigen wollte, um am dritten Tage mit ihm in den Himmel aufzufahren. Eine solche Gotteslästerung ertrug freilich niemand. Am allerwenigsten die jungen Männer. Mit Schimpf und Schande wurde der schöne Armin aus der Gemeinde hinausgeworfen, man drohte ihm an, wenn er sich noch einmal in der Kirche zeigen und den tugendhaften Frauen und Töchtern den Kopf verdrehen sollte, würde man ihn gleich hinter der Kirche an der Fichte aufknüpfen und den Leichnam den Hunden zum Fraß vorwerfen.

Auf diese Art endeten Armins Kirchgänge. Hansuojas Priidik war schon längere Zeit ungehalten über den Stiefsohn, jedoch, als er sah, daß der Junge seine Taten bereute, vergab er ihm. Er befahl Armin, die Bibel von nun an zu Hause zu lesen, und sonntags, wenn die Familie in der Kirche weilte, mußte sich der Junge ein ganzes Kapitel vornehmen, es auswendig lernen und hinterher dem Stiefvater vortragen. Ansonsten jedoch setzte Armin sein bisheriges Leben fort. Er half Priidik in der Schusterwerkstatt die Schuhe zu reparieren, machte für die Bullenkälber Heu, und wenn am Abend noch etwas Zeit übrig war, strich er hinter dem Dorf über die sandigen Wege und die weiten Wiesen. Auf dem Rücken liegend, zwischen Schafgarbe und Klee, und in den Himmel schauend, war er nur noch jemand, der träge die vorüberziehenden Wolken betrachtete, ohne seinen Namen oder sein Gesicht zu kennen. Dort, inmitten des Vergessens, war er zu Hause.

Aber eine solch friedliche Zeit war Armin nicht lange beschieden. Denn wer auserwählt ist, muß sein Kreuz Tag und Nacht tragen. Es verhielt sich nämlich so, daß Hansuojas Priidik im Laufe der Zeit mehr und mehr Reparaturaufträge erhielt. Wobei es sich überwiegend um feines Damenschuhwerk handelte, denn die meisten Aufträge kamen aus dem Städtchen, von den vornehmeren Damen. Das bedeutete guten Lohn und ein gewisses Fortkommen. Die einzige Bedingung, die die Besitzerinnen des feinen Schuhwerks an die Reparatur knüpften, war die, daß niemand anders als Armin die Schuhe zurückbringen sollte. Hansuojas Priidik ahnte wohl, welcher Hintergedanke in diesen Aufträgen steckte, da aber die Familie groß und der Ausbau des Hauses vonnöten war, drückte er ein Auge zu und schickte Armin, den Beutel mit Schuhen über der Schulter, immer öfter auf den Weg ins Städtchen. Und nicht selten geschah es, daß eine Dame Armin samt Schuhbeutel ins Haus zog und ihn eine Stunde später mit zerzaustem Haarschopf und zerknitterten Kleidern wieder zur Tür hinaus stieß. Mit einem neuerlichen Paar Schuhen zum Reparieren und fünzig Kronen in der Tasche.

So entfaltete sich bei den Hansuojas ein gewisser Wohlstand, Priidik vergrößerte die Werkstatt, kaufte ein Pferd hinzu und ein paar Bullen und begann im Stillen über den Bau eines neuen Wohnhauses nachzudenken. So wurde aus dem Herbst Winter, aus dem Winter Frühling und aus dem Frühling Sommer. Nach wie vor befand sich der schöne Armin auf dem sprichwörtlichen Weg nach Golgatha, stapfte die sieben Kilometer, die das Dorf Illause vom Städtchen Karksi-Nuia trennten, hin und zurück, trug Schuhe aus, reichte mit seinem göttlichen Äußeren den Damen ein handfestes Abendmahl und fand sich in sein Schicksal drein. Einsamkeit und Scheu hatten in ihm Wurzeln geschlagen und vertieften seine Schönheit um ein weiteres. Bis dies alles schließlich nicht mehr nur Armins Körper, sondern auch den Raum um ihn erfüllte, die Luft, das Licht und den Wind. Bei den Dorfbewohnern mehrten sich Zeichen von Unruhe, man lauerte Armin auf dem Weg zwischen Illause und dem Städtchen auf, um ihn wenigstens mit einem Blick zu erhaschen, wenigstens kurz in die Welt einzudringen, in der er sich bewegte. Die Mädchen schwebten wie mondsüchtig durchs Dorf und redeten verworren, und wenn sie nicht gerade Armin auflauerten, war ihr Blick in weite Fernen gerichtet, dorthin, wo der Wald mit dem Himmel verschmolz und die Fichtenwipfel Muster auf die rotglühenden Wolken malten. Aber auch die älteren und reiferen Menschen fanden plötzlich keine Ruhe mehr. Immerfort wartete ein Dorfbewohner, egal, ob Mann oder Frau, an der Wegbiegung zwischen Illause und Karksi-Nuia, und sobald er des jungen Mannes mit dem Schuhbeutel gewahr wurde, eilte er ihm entgegen, packte ihn an der Hemdbrust und bohrte seinen Blick in jenes Augen hinein, tief, noch tiefer hinein, am liebsten bis hinter das Gewitterblau, und dabei so aufmerksam und forschend, als zähle er die Sterne am Himmel. Und wenn er dort gesehen hatte, was er sehen wollte, ob nun die im Krieg verschollenen Söhne oder die alte Heimat, die erste große Liebe oder das Meer, an dessen Strand er vor seinem Tode noch einmal stehen wollte, dann ließ er Armin los, lächelte still und ging seiner Wege.

Es war Nacht, als Armin aus dem Schlaf fuhr, denn jemand vollführte einen wilden Tanz auf seinem Körper, und als er, die Augen öffnend, erkannte, daß es eine seiner leiblichen Schwestern war, die alle Kleider und alle Scham abgelegt hatte, und mit verdrehten Augen und blutig gebissenen Lippen dabei war, sich mit ihm zu vereinen, stieß er das Mädchen voller Entsetzen von sich und schloß sich von nun an in der hintersten Kammer ein, wo man ihn wenigstens nicht im Schlaf überraschen konnte.

Ja, die Dinge im Dörfchen Illause nahmen eine fatale Wendung. Um diesem unheilvollen Treiben endlich ein Ende zu setzen, traten eines Abends die Dorfältesten zusammen und faßten den Beschluß, daß aus dem schönen Armin ein Ehemann zu werden habe. Andernfalls könne man für nichts mehr garantieren. Und aus diesem Grunde sollte die Frau, die für Armin auserkoren werden würde, ihrem Gemahl sowohl an körperlicher wie auch seelischer Kraft überlegen und imstande sein, jeden seiner Schritte zu überwachen, bei alledem aber noch ein hübsches und ansehnliches Weib sein.
Aber wo sollte man eine solche Frau finden?

Man ging in Gedanken alle jungen Mädchen im mannbaren Alter durch, die man in und um Illause und Karksi-Nuia kannte, stieß dabei auf durchaus tatkräftige und hübsche Mädchen, aber eines, das zu Armin gepaßt hätte, war nicht darunter.

Schließlich, als die Sache schon gänzlich hoffnungslos schien, fiel einem der Anwesenden plötzlich Maret, die Tochter des Sattlers, ein, die an der Grenze zu Lettland lebte, unweit des Dorfes Penuja. Sie wohnte allein, in einem großen, von ihrem Vater erbauten Haus, mitten im Wald, umgeben von Fichtenstämmen und Stümpfen. Der Dorfälteste wußte freudig zu berichten, daß Maret von Kraft und Gestalt einer Bärin gleiche und arbeiten könne für drei, wenn sie in der Mühle von Penuja die Getreide- und Mehlsäcke wuchtete. Er habe es mit eigenen Augen gesehen. Und auf ihre Weise schön sei sie auch, die Maret, mit ihren großen braunen Raubtieraugen und der mächtigen Mähne, o ja, und wenn sie lache, zeige sie strahlend weiße Zähne. „Also häßlich ist sie auf gar keinen Fall“, meinte der Mann, „und arm ist sie auch nicht. Laasik´s Jaan hält sie als einzige Magd in seiner Mühle, das Mädchen schafft soviel wie drei kräftige Kerle zusammen und bekommt auch einen ordentlichen Lohn dafür. Nur wortkarg ist sie, und die Männer gehen ihr aus irgend einem Grund aus dem Wege, wohl deshalb, weil alles an ihr ein wenig zu groß ist ...“

Ja, eine bessere Wahl könne man nicht treffen, fanden nun auch die übrigen aus der Runde, und so wurde Maret unverzüglich in den Wäldern hinter Penuja aufgesucht, mit den Hansuojas bekanntgemacht, und es wurde ihr erklärt, wie die Dinge standen. Widerspenstig war sie, die Maret, und beharrte darauf, nicht so bald zu heiraten, aber als sie Armin erblickte, verstummte sie und brachte nur noch ein „Nun gut, dann sei es eben so“ hervor. Hansuojas Priidik hatte nichts gegen die Vermählung einzuwenden, zumal der Stiefsohn bereits in ordentlichem Maße zum Wohlstand im Hause beigetragen hatte, und er sehr wohl wußte, daß alle seine Töchter heimlich in Armin verliebt waren. Der einzige, den man nicht um seine Meinung fragte, war Armin. Denn für ihn galt dies als Gerichtsbeschluß.

So wurden, zur Freude der Männer und zur Betrübnis der Frauen, Maret und Armin bereits zum Ende der darauffolgenden Woche getraut. In der Kirche, wie es sich gehörte. Für die Gemeinde war es ein seltsamer Anblick, daß die Tochter des Sattlers einen Kopf größer war als der Sohn des Schusters und zweimal so breit, aber dennoch paßten sie zusammen, vielleicht, weil beiden etwas in zu reichlichem Maße gegeben war. Und nach einem bescheidenen Hochzeitsmahl brachte Maret den schönen Armin fort aus Illause, hinein in ihr großes, einsames Haus mitten im Wald, umgeben von Fichtenstämmen und Stümpfen.

Und nun, seltsamerweise, geschah es wirklich, daß Maret und der schöne Armin etwas miteinander zu spüren bekamen, das man nicht unbedingt als Verliebtsein bezeichnen kann, sondern das, was da Raum griff, war Leidenschaft, tobende und selbstzerstörerische Leidenschaft. Maret dürstete nach Armins Schönheit wie ein Tier, dem eine allzu edle Beute zum Fraß vorgeworfen worden ist. Und vielleicht gefiel das auch Armin, dieser raubtierhafte Glanz in Marets Augen, dieser uferlose und unersättliche Körper, in dessen Schoß er nun ungezügelt seine Schönheit schleudern konnte. In den ersten Wochen verließen sie ihr Liebeslager nur selten, und ihre Nächte und Tage waren laut und schmerzerfüllt, voll von Durst, wilder Liebe und Erschöpfung.

So daß schließlich Laasik´s Jaan seine Magd zu Hause aufsuchen mußte, denn die Arbeit in der Mühle wollte getan, die Mehlsäcke wollten gewuchtet sein. Maret, in ihrem hinterwäldlerischen Gemüt, dachte nun bei sich, daß ihr Armin sicherlich davonlaufen würde, wenn sie in der Mühle schuftete, und deshalb kettete sie ihn mit einer Kuhkette am Bettpfosten an. Stellte ihm ein Essen und den Nachttopf dazu, strich ihm sanft über den Kopf und fuhr mit Getöse durch den Wald an die Arbeit.

Auf diese Weise vergingen die ersten Wochen ihrer Zweisamkeit. Der schöne Armin hockte tagelang in der Stube, mit der Kette ans Bett gefesselt, blätterte in der Bibel oder schaute schicksalsergeben zu, wie sich die Schatten langsam zum Abend hin neigten. Mit der Dämmerung kam Maret aus der Mühle, voller Mehlstaub und Lachen, mit Brüsten wie Weinballons, voller Hunger und Leidenschaft nach Armin. Das konnte nicht lange so weitergehen. Nach einigen Monaten fiel Armin merklich in sich zusammen, nicht einmal mehr im Bett vermochte er die Liebe Marets zu erwidern, denn er verbrachte, fahl wie eine Vollmondnacht, die hellerlichten Tage in der Stube. Denn an Maret, wahrhaftig, war alles zu groß, so auch ihre unbändige Leidenschaft. Armin sah seine Frau nur mit verhuschtem Blick an, wenn sie sich ihm näherte und erwiderte keine Berührung mehr und keine Liebesbezeugung. Maret brachte dies in Harnisch. Sie, die einzige Tochter des Sattlers, hatte dank ihrer Körperkraft bisher alles auf dieser Welt bekommen, alles, was sie wollte. Und nun auf einmal liegt dieses Bürschchen, mit Augen wie der luftige, zartblaue Himmel vor Sonnenaufgang, vor ihr und weigert sich, sie zu lieben. Nein, das darf nicht sein, so darf das einfach nicht sein. Sie muß ihn unterwerfen, den Himmel dieser Augen, die schwebende Trauer, die Sehnsucht nach, weiß der Teufel, wonach. Ja, sie muß jedes Stückchen, bis aufs Letzte muß sie sie besitzen, diese elende Schönheit, der sie jetzt, trotz ihrer Bärenkraft, zu unterliegen droht.

Aber Armin hing in ihren leidenschaftlichen Armen wie ein welkes Blatt. Und Maret traf urplötzlich die Erkenntnis, daß sie in ihren endlosen Liebesnächten Armins Schönheit nicht einen einzigen Schritt näher gekommen war, daß diese immer noch in weiter Ferne schwebte, ganze Tagesreisen entfernt von ihr und ihrem Haus und den Fichtenstämmen und Stümpfen.

Diese Erkenntnis erfüllte Maret mit einem großen, tierischen Schmerz.

Sie trug ihn einige Tage in sich, schuftete in der Mühle für zehn, aber da der Schmerz übermächtig wurde, wie auch alles andere an und in ihr, so packte sie die Wut, und eines Abends, aus der Mühle kommend, sich dessen nicht bewußt, was sie tat, ergriff sie das große Schlachtmesser aus dem Schauer, trat in die Stube und hieb dem schlafenden Armin die Hand ab. Erst jetzt, als das ganze Haus von Armins Wehklagen und Weinen widerhallte, legte sich Marets Schmerz. Gewandt und sachkundig verband sie Armins Wunde mit einem Bettlaken, flößte dem Mann einen Schnaps ein und wickelte ihn in Decken. Dann ging sie in die Küche, machte unter dem Kessel Feuer, tat die abgehackte Hand ins Wasser und kochte sie ab.

Kochte Kartoffeln dazu, bereitete einen Salat und deckte sich zum Abendessen den Tisch.

Liebevoll und zärtlich nagten Marets weiße Zähne Fleischstückchen von den Knochen, liebevoll und zärtlich zerkaute Maret die Stückchen und schluckte sie hinunter. Dann ging sie zurück in die Stube und strich dem im Fieber phantasierenden Armin über den Kopf. Dabei rollten zwei große, klare Tränen über ihre Wangen. „Du wirst schon sehen, alles wird gut“, flüsterte Maret ihrem Mann zu, „alles wird gut.“

Aber Armins Wunde hörte nicht auf zu eitern, so sehr sich auch die Frau darum bemühte, und die schwermütige und ferne Schönheit in Armin und im Raum um ihn herum glomm und glühte beharrlich weiter. In seinen gewitterblauen Augen erschien jetzt ein neuer Glanz, erfüllt von einem noch viel ferneren Licht als früher, in diesen Augen wohnte kein Leid mehr und kein Schmerz, nicht einmal ein Vorwurf. Sie schauten jetzt irgendwohin, fort, in gänzlich andere Welten. So fühlte Maret, daß Armin sich immer weiter von ihr entfernte, daß sie immer mehr zurückblieb, und erneut loderten Schmerz und Wut in ihrer Seele auf. Aber als die Frau eines regnerischen Abends müde von der Arbeit kam, bemerkte sie über ihrem Haus einen doppelten Regenbogen und lief voller Freude ins Haus, um Armin zu rufen. Aber in der Stube mußte sie entdecken, daß Armin kalt und reglos dalag. Die Wunde hatte ihr Werk vollbracht. Zugleich bemerkte die erschrockene Maret, daß Armins weit geöffnete Augen nach wie vor voller Leben waren – voll von nicht endenwollendem Rufen, ihm zu folgen, dahin, wo der Wald mit dem Himmel verschmilzt, wo der Morgennebel perlt und eine neue Wegbiegung beginnt. Das war so verlockend, so deutlich und doch unerreichbar, daß Maret in ihrer Verzweiflung und dem Wunsch, sich noch ein einziges Mal mit Armin zu vereinigen, nicht anders konnte, als ihre Nägel in die Augen des Mannes zu schlagen, sie ihm aus dem Kopf zu reißen und sich in den Mund zu stopfen. Und sie aß und lachte, aß und lachte vor Glück, fühlte die gewitterblauen Augen des Mannes unter ihren Zähnen zerbersten, sich mit ihrem Speichel vermischen, spürte sie die Speiseröhre hinabrutschen und in den warmen dunklen Tiefen ihres Inneren versinken. Als sie dann spürte, daß ihr Liebeshunger noch immer nicht gestillt war, packte die Frau das Schlachtmesser und hieb Armins Leichnam in Stücke. Nachdem sie Kot und Gedärm beiseite getan hatte, kochte sie das Fleisch und die Knochen des Mannes einen Tag und eine Nacht lang im Kessel weich, so daß das ganze Haus in dicke Dampfwolken gehüllt war.

Erst danach, im Laufe jener vier oder fünf Tage, die dem bedächtigen und genußvollen Verzehr des schönen Armin gehörten, wußte Maret, daß sie ihn endlich eingeholt hatte. Daß sie endlich auch da angekommen war, wo der Wald mit dem Himmel verschmolz, wo tiefer Friede und ewige Liebe herrschten.







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