- Zu dieser Ausgabe
- Essay: Vergangenheits-bewältigung in der Literatur, Cornelius Hasselblatt
- Eine Novelle: Jüri Ehlvest, Kruziania
- Eine Novelle: Eeva Park, Absolut meisterhaft
- Eine Novelle: Mehis Heinsaar, Der schöne Armin
- Eine Novelle: Maimu Berg, Baltic Dream
- Eine Novelle: Ervin Õunapuu, Die stinkenden Handschuhe des Chefs
- Auszug aus Roman: Mari Saat, Im Grunde
- Auszug aus Roman: Jan Kaus, Sie
- Lyrik: Hasso Krull
- Lyrik: Triin Soomets
- Lyrik: fs
- Lyrik: Elo Viiding
Lyrik: Triin Soomets
Gedichte
das nach ordnung schreiende
chaos
überflutet dich
rissige türme rissiger
himmel
jede kirchturmuhr zeigt ihre eigene zeit
bäume bohren
ihre wipfel in die erde und rauschen die toten wach
die stracks ihrer lieblingskneipe
zueilen
noch ist alles da
*
gott ist der taxifahrer
die adresse ist falsch
das trinkgeld ist zu
wenig
gottes finger knüpft dich zusammen es regnet
erde
*
der hund predigt mit gebleckten goldzähnen
das
kollektivgebet lässt den himmel erzittern
ein jeder kriegt
schädel und rippe
fleisch von unserem fleisch
die wunderbaren augenblicke
*
diese freesie
hast Du
zum duften entfacht
komm jetzt mit
als dunkles licht
komm jetzt und spiel
auf
deinen tausend trommeln
ein flottes requiem
im morgengrau der traurigkeit
*
der hund hebt das bein mit
göttlicher miene
die hundemaske säuberlich an den baum
gelehnt
in den grauen augen zärtlichkeit
*
je
tiefer du schaust desto höher der himmel
fliehen kannst du
nicht wirklich der himmel kommt dir nach
in die erde gehst du nicht rein der himmel kriegt dich zu fassen
nirgends
ein unterschlupf



