Mihangel Morgan

Der geheimnisvolle Mann
Dirgelddyn11
Dirgel Ddyn Mihangel Morgan
Gomer (1993)
149 Seiten.

RIGHTS:
Mihangel Morgan
Yr Adran Gymraeg
Yr Hen Goleg
Aberystwyth SY23 2AX
Cymru/Wales.

Übersetzung von Peter Busse.

Es war ein bizarres Gefühl umherzugehen, umgeben von einem mörderischen Geheimnis. Immerhin hatte Ann Griffiths zwei Morde gestanden. Sie hatte den Hergang des Mordes an dem Kind und ihrem Vater genau geschildert. Jemand wie ich, der sich weigert, Fleisch zu essen, kann sich nur schwer an solche Tatsachen gewöhnen.

Ich hatte mir den Kopf zermartert, und ich hätte vielleicht zur Polizei gehen sollen. Aber mir fiel ein, dass das alles vor Jahren geschehen war. Unwahrscheinlich, dass die eine oder die andere Geschichte nachzuweisen wäre. Ann Griffiths war eine erfolgreiche Mörderin. Sie hatte mindestens zwei Verbrechen begangen, ohne dafür die Quittung bekommen zu haben.

Und Ann Griffiths blieb weiter eine Freundin. Aus irgendeinem Grund hatte sie mir eher vertraut als irgendeiner anderen lebenden Seele. Sie war kein Monster nach dem Muster eines SS-Schergen noch eine Myra Hindley. Sie war bezaubernd, liebenswert, sanftmütig, höflich. Mittlerweile war ich ihr Sklave, ihr kleiner Schoßhund, ihr Fußabtreter.

Ich ging eines Tage Ffloyd besuchen. Ich hatte ihn seit Tagen nicht gesehen.
'Wie läuft's denn so?' fragte ich.
'OK', antwortete er nicht sehr überzeugend.
'Was ist los?'
'Ich bin in ein Mädchen verliebt,' sagte er.
'Toll,' antwortete ich.
'Nein, das ist gar nicht toll,' sagte er, 'Sie ist ein Mädchen, aber viel zu jung. Sie geht noch zur Schule, und sie arbeitet jeden Samstag im Laden an der Ecke.'
'Sie ist also schon über zehn. Du musst halt noch ein bisschen warten,' sagte ich schalkhaft, und versuchte, seine Laune zu heben.
'Aber sie kann mich überhaupt nicht ausstehen. Jedes Mal, wenn ich in den Laden gehe, versteckt sie sich.'
'Bist du sicher?' Was für eine blöde Frage!
'Sie schreit jedes Mal, wenn sie mich sieht: "Das Glotzauge! Das Glotzauge!"'

Wenn ich dabei war, benahm sie sich nicht wie jemand, der nicht alle Tassen im Schrank hatte. Aber was solls, die Liebe ist blind, wie man so sagt. Und ich sah, dass es keinen Sinn machte, Ffloyd Ratschläge zu geben noch ihn zu trösten, und so ging ich zurück auf mein Zimmer. Ich hatte angefangen, ein Buch über Ingmar Bergmann zu lesen, den schwedischen Regisseur. Bergmann war religiös erzogen worden, aber als junger Mann verlor er seinen Glauben. Danach kam er zu dem Schluss: Wenn es keinen Gott gibt, ist die einzige Sache, die dem Leben einen Sinn gibt, die Liebe. Aber was, dachte ich, ist der Sinn des Lebens für den Einsamen, der daran gescheitert ist, Liebe zu finden? Bergmann gab keine Antwort auf diese Frage; er ging auf die Frage überhaupt nicht ein, weil er nichts wusste über das Gefühl, bei dem Versuch, Liebe zu finden, zu scheitern.
Gott sei Dank hatte sich niemals ein hyperernster Bergmann-Film auf die Liste meiner Lieblingsfilme verirrt.

Einer meiner Lieblingsfilme ist 'Das Apartment' von Billy Wilder. Ein tragikomischer Film. Jack Lemmon arbeitet in einem großen Büro. Damit er befördert wird, lässt er ab und zu seine Kollegen seine Wohnung benutzen, um sich mit Mädchen zu treffen. Aber er verliebt sich in Shirley MacLaine - ob sie sich in ihn verliebt, weiß ich nicht mehr - egal, aus irgendeinem Grund versucht sie, sich in seiner Wohnung mit Schlaftabletten umzubringen. Jack Lemmon findet sie und ruft den Arzt, der zufällig in der Wohnung nebenan wohnt. Nun kommt es zu dieser komischen Szene, wo Jack Lemmon und der Arzt Shirley MacLaine stützen, mit ihr durch die Wohnung laufen, ihr schwarzen Kaffee geben, um sie wach zu halten, bis der Krankenwagen kommt. Dann, nachdem sie ins Krankenhaus gekommen ist, um die Tabletten aus dem Magen gepumpt zu bekommen, sagt Shirley MacLaine: 'Schade, das es noch keinen gibt, der eine Pumpe erfunden hat, um einem eine Person aus dem Kreislauf zu pumpen.'

So fühlte sich Ffloyd gerade. Er hätte sich gerne dieses Mädchen aus dem Kreislauf pumpen lassen. Und ich wäre sehr froh gewesen, wäre ich in der Lage gewesen, jede Partikel, jedes kleine Bisschen, jeden Krümel, jedes Etwas von Ann Griffiths aus meinem Körper, meinen Gedanken, meinem Geist und überhaupt meinem gesamten Leben zu filtern.
An einem Nachmittag in dieser Woche ging ich ins Kino im Kunstzentrum am Stadtrand. Es gab eine Reihe von Horrorklassikern, die nachmittags gezeigt wurden, jeder Film handelte von einem Monster oder mehreren. Der erste in der Reihe war Boris Karloff in 'Frankenstein', dann Bela Lugosi in 'Dracula', Frederic March in 'Dr. Jekyll and Mr. Hyde', und diesen Nachmittag zeigten sie 'King Kong', natürlich die 1933er-Fassung. Obwohl ich den Film schon acht- oder neunmal gesehen hatte und er sich jedes Mal in mein Gedächtnis eingebrannt hatte, beschloss ich, ihn noch einmal anzusehen. Es gab nichts anderes zu tun und die Bibliothek kotzte mich an.

Ich hatte mir Sandwiches, Obst, Chips und Schokolade in der Stadt gekauft, bevor ich zum Zentrum fuhr. Aber es ist nicht so einfach, sich im Kino des Kunstzentrums zu entspannen wie in den kommerziellen Kinos in der Innenstadt, wo alle Sitze tief und luxuriös sind. Im Kino des Kunstzentrums sind die Sitze eng und dichtgedrängt und das Gebäude ist viel kleiner.

Bevor ich ins Kino ging, ging ich in die Galerie, wo eine Ausstellung eines lokalen Künstlers stattfand. Seine Werk war abstrakt und ziemlich seltsam. Ein roter Plastikeimer stand auf dem Fußboden, auf dem Schild an der Seite stand: 'Dieser Eimer ist voller Geld.' Es war aber gar nichts in dem Eimer; nichts als etwas Papier und ein Schokoladenriegel - doch ich war sicher, dass das nicht zum Kunstwerk gehörte. Eine Teekanne mit einem Schild darauf: 'Diese Teekanne ist voll von heißem Kaffee.' Aber die Teekanne war leer und kalt. Auf einem kleinen quadratischen Tisch standen vier Gläser und auf einem Schild stand: 'In diesen Brillengläsern wachsen Mädesüß, Ginster und Sumpfbohnenblüten.' Natürlich war da überhaupt keine Blume zu sehen, und es waren keine Brillen-, sondern Trinkgläser. Doch das bei weitem interessanteste Stück war das gewaltige Schild an der Wand, worauf in riesigen Lettern die deutlichen Worte standen: 'Ich bin die wunde Seele, die im Meer der Gewöhnlichkeit heult.' Der Künstler nannte sich 'Bili Wotcyns'.

Ich saß für etwa zehn Minuten auf einem Stuhl und versuchte diese Dinge zu analysieren. Dann war Zeit, in den Film zu gehen. Wir waren gerade sechs Leute im Publikum. Unter uns saß der dünne Junge mit den Pickeln, den ich in der Bibliothek gesehen hatte.

Ich richtete mir meine Ecke ein, weit weg von allen anderen. Als das Licht ausgedreht wurde, begann ich, die Leckereien zu essen. Ich achtete nicht sehr auf die Story des Filmes, weil sie mir sehr vertraut war, aber mir fielen zum ersten Mal die vielen Ungereimtheiten auf, was die Größe King Kongs anging. Viele Leute haben sich schon mit diesen Fehlern beschäftigt; in einigen Einstellungen ist King Kong riesig, Hunderte Fuß groß; in anderen Einstellungen ist er nicht mehr als doppelt so groß wie ein gewöhnlicher Gorilla. Wenn er im Dschungel mit Godzilla kämpft, ist er wieder riesig. Die verworrenste Szene ist die, wo er das Hochhaus in der Großstadt hochklettert, Faye Wray in seiner Hand, und die Flugzeuge ihn jagen und beschießen. Wenn er an 'der äußersten Spitze' ankommt, die 'schaukelt wie ein Schiff auf dem Wasser' sieht King Kong unglaublich riesig aus. Das Dach des Gebäudes ist klein im Vergleich, die Flugzeuge sehen aus wie Wespen, die ihn umschwirren. Das einzige Problem ist, dass Faye Wray zu groß aussieht, um sie in einem der Flugzeuge unterzubringen, weil sie fast gleich groß ist wie die Flugzeuge.

Nun, ehe ich auf diese Dinge aufmerksam geworden war, hatten sie nichts dazu beigetragen, meinen Filmgenuss zu stören. Nachdem ich die Fehler bemerkt hatte, war ich mir ihrer bewusst - ein wenig. Danach fühlte ich mich nicht nur vertraut, sondern zufrieden mit den Inkonsequenzen, weil sie die Qualität der Illusion verbesserten, sie trugen bei zum Wunder der Einbildung. In der neuen Version, mit Jessica Lange anstelle von Faye Wray, und einem in jeder Einstellung vierzig Fuß hohen Gorilla-Modell wurde einem zwar mehr Konsequenz geboten, aber weniger Phantasie. Sowohl dieses Thema als auch den Film hätte ich gerne mit dem pickeligen Kino-Fan diskutiert, aber als das Licht am Ende der Vorstellung wieder anging, sah ich, dass er gegangen war.

Ich entschied mich, bevor ich das Zentrum verließ, noch mal einen weiteren kurzen Blick auf das Werk von Bili Wotcyns zu werfen. Einige der Darstellungen hatten Eindruck auf mich gemacht, besonders das große Schild an der Wand.

In der Galerie saß kein geringerer auf einem Stuhl vor dem Schild als Llysnafedd - Schleimi. Genug Brillantine im Haar, um Eier darin zu braten.
'Wie geht's, Cyril?'
'Oh! Guten Tag, Mr. Cadwaladr.'
'Was denken Sie von dieser Ausstellung?'
'Ich mag dieses "Ich bin - die wunde - Seele, die - im Meer der - Gewöhnlichkeit - heult."'
Er las gequält langsam ab.
'Es ist voll - negativer - Kraft,' sagte er. 'Langsame Geschwindigkeit - kriegerischer Frieden - lärmende Stille - schwarze Weißheit.'
'Und was ist mit den anderen Stücken?'
'Schweigsame Ausrufe,' sagte Schleimi. 'Ausbrechende Implosionen.'
Tief drinnen war ich mir todsicher, dass Cyril List-Norbert und Bili Wotcyns sich prima miteinander verstehen würden.

'Ich habe mir gerade King Kong angesehen,' sagte ich.
'Ausgezeichneter Film, ausgezeichneter Film,' sagte Schleimi begeistert, 'Der Moby Dick unseres - Zeitalters. Eine Parabel. Der Mensch versucht - die Wildheit zu zähmen - versucht die Natur zu regulieren. Die Natur weigert sich vom - Menschen beherrscht - zu werden - und wird - wiederum - buchstäblich - wild. Aber am Ende liegt sie - falsch. King Kong wird abgeknallt. Der Mensch schreibt das Ende, das sein soll, wie - der Mensch es sehen - will. Die Natur hätte ein anderes Ende geschrieben.-
'Sind Sie das, der versucht, das Ende bei Edgar Wallace neu zu schreiben?'
'Natürlich. Ich bin ein Literaturkritiker. Jeder Kritiker kann - ein besseres Ende - vorschlagen.'
'Ich gehe jetzt,' sagte ich. 'Sehe ich Sie am Dienstag im Kurs?'
'Ja. Ich hoffe, dass das nächste Mal mehr als - vier da sein werden.'
'Es waren letzte Woche doch fünf da.'
'Fünf? Ach, ja! Fünf, natürlich.'
'Also bis dann. Wiedersehen.'
'Wiedersehen, Mr. Cadwaladr.'
Als ich in meiner Wohnung ankam, war ich sehr erstaunt, dass eine Menge Aufregung herrschte. Die Tür war offen, und Mr. Schloss hatte versucht, die alte weißhaarige Frau zu beruhigen; sie schrie ihn an, und Mr. Owen saß da mit einem perplexen Gesichtausdruck. Erwachsene und Kinder redeten auf der Straße und versuchten, ins Haus hinein zu schauen.
'Was ist denn passiert?' fragte ich Mr. Owen.
'Dein Freund Ffloyd ist ins Krankenhaus gekommen, mein Junge.'
'Hat er einen Unfall gehabt?'
'Nein. Er hat versucht, sich umzubringen,' antwortete Mr. Owen, ohne das kleinste bisschen Gefühl.
'Was hat er gemacht?'
'Die alte Frau hat ihn im Badezimmer entdeckt. Er lag da in der Wanne, im Wasser, splitternackt, und hatte sich mit seinem Rasiermesser die Pulsadern aufgeschnitten. Mrs. Evans lief raus und hämmerte an meine Tür. Das Wasser war rot von seinem Blut, wie Wein. Ich rannte nach unten und rief nach Mr. Schloss. Mr. Schloss hat dann den Krankenwagen gerufen.'
'Ist er tot?'
'Nein,' sagte Mr. Owen, und es war etwas Verachtung in seiner Stimme, als würde er es bedauern, 'er hat es nicht ernsthaft versucht, ansonsten hätte er die Tür abgeschlossen, nicht wahr?'
'Ich gehe besser ins Krankenhaus, um nach ihm zu sehen.'
'Sie können ihn heute Abend nicht besuchen. Wie auch immer, er ist doch bewusstlos. Und schließlich wird er nicht lange im Krankenhaus bleiben,' sagte Mr. Owen sachlich und kühl.

Am nächsten Morgen ging ich ins Krankenhaus und ich traf Ffloyd im Bett an - mit bandagierten Handgelenken, umringt von Schläuchen und Flaschen, sie umwucherten wie tropische Pflanzen. Er sah ziemlich käsig aus.
'Kümmern sie sich gut um Dich?'
'Ist OK.'
'Wie fühlst Du Dich?'
'Nicht schlecht.'
Natürlich fühlte er sich dämlich, beschissen, wütend und schuldig. Aber was hätte man ihn unter diesen Umständen fragen sollen?
'Mrs. Evans, Mr. Owen und Mr. Schloss lassen Dich grüßen, und sie wünschen Dir gute Besserung.'
'Danke,' sagte Floyd. Seine Stimme klang heiser.
'Und ich habe Dir ein paar von diesen süßen Zitrusfrüchten mitgebracht. Das sind Clementinen. Was ist los? Warum weinst Du?'
'Clemantine heißt das Mädchen aus dem Laden an der Ecke,' antwortete er und sein Herz schien fast zu brechen.
Es war mir peinlich und ich fühlte mich hilflos. Alles was ich sagte, war umsonst und ich konnte keinerlei Trost anbieten, der ihn etwas aufgeheitert hätte. Ich saß endlose anderthalb Stunden an seiner Bettkante. Die Stille war erdrückend.

An diesem Abend kamen Schleimi, Eileen Morton und Ann Griffiths in den Kurs, und sonst niemand. Die Mitgliederzahl schrumpfte und die Dinge sahen nicht gut aus für das zweite Semester, wenn ich zehn Teilnehmer vorweisen musste, um den Kurs wieder anzumelden. Eine Teilnehmerunterschrift zu fälschen und zu leisten ist vergleichsweise einfach, aber sieben zu fälschen kam gar nicht in Frage.

Ich hatte die Lektion an diesem Abend überhaupt nicht vorbereitet. Für eine halbe Stunde - und ich hatte auch noch zu spät angefangen - ich wartete bis zehn nach sieben bevor ich begann, wobei ich hoffte, dass einige zu spät kämen - diskutierte ich die Essays über die Gedichte von Parry-Williams. Schleimi hatte ein großes Ding geschrieben, in dem er 'Dic Aberdaron' diskutierte; Mrs. Morton hatte eine kurzes Essay über 'Diese' geschrieben, in dem sie die Sprache des Gedichtes mit ihrem eigenen Dialekt verglich. Ann Griffiths hatte gar nichts geschrieben. Danach machten wir eine frühe, verlängerte Pause und kamen um zwanzig nach acht in die Klasse zurück. Ich beschloss 'Lavernock' zu diskutieren - ausgerechnet dieses Gedicht, weil ich kein Buch dabei hatte, und es das einzige Gedicht war, dass ich jemals auswendig gelernt hatte; und ausgerechnet Saunders Lewis, weil jeder eine Meinung zu ihm hatte und sein Name oft genug erwähnt wurde, um eine angeregte Diskussion erwarten zu lassen.
Ich trug das Gedicht vor und Mrs. Morton sagte: 'Saunders Lewis hat gar keinen Dialekt. Er kommt aus Liverpool.'
Schleimi sagte: 'Rechtsaußen. Konservativ. Faschist.'
'Was ist ihre Meinung, Mrs. Griffiths?' Sie sagte gar nichts und die anderen wandten sich ihr zu, und warfen ihr ablehnende Blicke zu. Sie trug an diesem Abend ein cremefarbenes Kleid.

Endlich war die Stunde zu Ende. Als wir beide losliefen, um den Bus zu meinem Haus zu nehmen, sagte Mrs. Griffiths: 'Wenigstens müssen wir heute nicht rennen, es regnet ja nicht.'
Im Bus erzählte ich vom Tod von Mr. Schloss' Katze, von der Ausstellung in der Galerie des Arts Centre, von King Kongs proportionalen Unstimmigkeiten und Ffloyds Versuch, sich umzubringen.
Als wir in meinem Zimmer angekommen waren, machte ich eine Tasse Tee und sagte:
'Sie sind heute Abend sehr still.'
'Ich habe seit unserer letzten Unterhaltung nachgedacht, ob ich weiter machen soll?'
'Sie müssen sich entscheiden.'
'Das hilft mir überhaupt nicht weiter. Wie fühlen Sie sich in Bezug auf das, was ich ihnen bis jetzt erzählt habe?'
'Am Anfang wusste ich nicht, was ich davon halten, noch was ich dazu sagen sollte. Aber ich habe darüber gegrübelt und gegrübelt, und jetzt glaube ich, dass ich Sie verstehe.'
'Oh, ich bin so stolz, Mr. Cadwaladr. Und der nächste Teil ist sehr wichtig. Es war schwer, das Kind loszuwerden. Das Baby hatte keine Chance und sein Tod war der Fehler eines unreifen Mädchens. Nicht, dass ich mich dafür entschuldigen wollte, das will ich nicht. Ich bestrafe mich selbst innerlich jeden Tag meines Leben für das, was ich getan habe. Andererseits ist das Leben voll Kummer und Sorge, und wenn das Kind aufgewachsen wäre, wäre es wie jeder andere für ein Zeitalter des Versagens und der Einsamkeit bestimmt gewesen. Der Mord an meinem Vater war vollkommen anders. Ich bereue nichts, noch fühle ich irgendeine Schuld. Sein Tod war ein Gefallen gegenüber Mama und Edward - und ihm selbst, im Bezug darauf. Ich wäre zufrieden, wenn ich morgen wieder für den Tod meines Vaters ins Gefängnis müsste, und ich würde mich nicht





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