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Transcript auf der Leipziger Buchmesse
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Jaan Kaplinski und Ignasi Riera waren auf der Debatte in Leipzig. Transcript stellt ihre Arbeit vor in dieser Ausgabe.
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Auf der Leipziger Buchmesse im März organisierte Literature Across Frontiers (LAF) eine Anzahl an Veranstaltungen, davon ein Diskussion über Transcript, das Internet-Magazin über Bücher und Schreiben in den 'kleineren' europäischen Sprachen. Die Diskussionsteilnehmer waren Autoren aus den Ländern deren Literatur Transcript bekannt machen möchte: Jaan Kaplinski (Estland), Ignasi Riera (Katalonien), Vlado Zabot (Slowenien) und László Márton (Ungarn). Die österreichische Übersetzerin Christa Rothmeier nahm ebenfalls teil.
Als er über die Wichtigkeit des Internet für seine Arbeit sprach, bemerkte Jaan Kaplinski:
'Ich bin sehr begeistert von den Möglichkeiten des Internet. Wir Schriftsteller der Minoritäten haben so vieles gemeinsam. Aber ich denke, dass alle Völker in dieser Welt Minoritäten sind. Auch die Amerikaner - was sie tun, beweist, dass sie sich als bedrohte Minorität fühlen. Sie überreagieren.'

Nachdem er so die traditionellen und vielleicht veralteten Meinungen, was Minoritäten sind, neu definiert hatte, fuhr Kaplinski fort und entwarf eine neue Unterscheidung zwischen den verschiedenen Gruppen von Völkern:
'Es gibt - es gab - einen Unterschied zwischen den Minoritäten: kleine Völker, die ihre eigenen Staaten haben, und die unterdrückten staatenlosen Minoritäten, wie die Esten einerseits und die Katalanen andererseits.'
Kaplinski sprach dann vom Einfluss des Internet auf sein Werk: 'Meine persönliche Erfahrung mit meiner eigenen Webseite ist sehr positiv. Seit drei Jahren haben 26000 Besucher reingeschaut. Nun weiß ich, dass ich mehr Besucher habe als die, die meine Bücher kaufen und lesen. So muss ich mich umorientieren.'

László Márton fügte zu diesem Thema folgendes hinzu:
'Ich schreibe meine Romane meistens in einem kleinen Dorf, wo der Strom häufig ausfällt. Dann schreibe ich bei Kerzenlicht.' Ohne Internet und Magazine nach Art von Transcript, wäre es wie er hinzufügte, allerdings höchst unwahrscheinlich, dass Autoren aus voneinander weit entfernten Ländern mit einander Bekanntschaft schließen und sich gegenseitig mit ihrem Werk bekannt machen könnten.

Im Kontext von LAF und der Arbeit von Transcript, sprach Ignasi Riera von der Notwendigkeit, Europa neu zu definieren und fragte: 'Wird das Europa der Zukunft aus längst überholten Staatsgebilden bestehen? Wird es ein Europa der Regionen sein? Der Gemeinden? Der Völker? Oder wird es tatsächlich ein ganz neues Europa sein, fasziniert von allem, was neu ist und zugleich verliebt in sein gemeinsames Erbe?'

Christa Rothmeier trug zu der Debatte bei, indem sie für Verständnis für die Situation in Österreich warb:
'Österreich ist ein kleines Land. Wir gehören aber einem großen Sprachkreis an, und müssen uns immer bemühen, uns von den Deutschen abzuheben, damit unsere Literatur nicht geschluckt wird,' sagte sie. 'Wir haben auch keine kleine Literatur, wir haben eine relativ große Literatur, eine anerkannte Literatur, und eine ganz besondere historische Situation, also müssen wir nicht erst um diese Anerkennung kämpfen. Andererseits möchte ich noch darauf hinweisen, dass in Österreich sehr viele Dialekte gesprochen werden. Wir müssen unser österreichisches Idiom immer verteidigen, wenn wir in Deutschland publizieren.'

Vlado Zabot fügte den Kommentar hinzu, dass
Transcript eine Gelegenheit ist sowohl für die großen als auch für die kleinen Sprachen. 'Bei den großen Sprachen oder den großen Ländern hat die Logik des Marktes Gesellschaft und Kunst sehr stark beeinflusst. Bei den kleineren Sprachen ist dies nicht festzustellen, und das ist eine Gelegenheit.'

Die Diskussion auf der Leipziger Buchmesse wurde von der walisischen Dichterin Mererid Hopwood geführt.






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