Xosé Luís Méndez Ferrín

Xosé Luís Méndez Ferrín
Ferrin[1]
Lesen Sie Them von Xosé Luís Méndez Ferrín und 'Stories for Old Dictators' von Mary-Ann Constantine auf Englisch oder auf Französisch.
Xosé Luís Méndez Ferrín ist eine führende Persönlichkeit in der zeitgenössischen galicischen Literatur. Er wurde 1938 in der Stadt Ourense geboren. Méndez Ferrín studierte einige Zeit in Madrid, wo er mit anderen Autoren und Künstlern zu Brais Pinto gehörte, einer Bewegung, die sich der Wiederbelebung der galicischen Kultur gewidmet hatte. 1964 gründete er mit anderen Mitgliedern dieser Gruppe die Unión de Pobo Galego, eine nationalistische und radikal linke Partei.

Méndez Ferrín ist eine Schlüsselfigur in einer Generation von galicischen Autoren, die, obwohl sie in einer der trostlosesten Perioden der jüngeren galicischen Geschichte in der Literaturszene aufkamen, in der Lage waren, die kulturelle und politische Geschichte ihrer Nation zu festigen, indem sie eine kompromisslose Haltung einnahmen und sich weigerten, irgendeine andere Sprache außer Galicisch zu gebrauchen.

Als Xosé Luís Méndez Ferrín 1972 unter Francos Regime für seine politischen Überzeugungen und Aktivitäten eingekerkert wurde, begann er in seiner Gefängniszelle unter dem Pseudonym Heriberto Bens zu schreiben. 1980 wurde Poesla einteira de Heriberto Bens ('Gesammelte Werke von H.B.') herausgegeben, mit einem Vorwort, das Ferrín selbst schrieb - ein fiktiver Bericht der literarischen Erlebnisse von Bens. Das zentrale Thema dieser Bücher ist die Wiederherstellung der Rechte der Galicier. In ihnen entwickelt der Dichter eine Sprache und einen Stil, die im galicischen Zeitkontext radikal und innovativ waren.

1976 veröffentliche Méndez Ferrín Con pólvora e magnolias ('Mit Schießpulver und Magnolien'). Das Buch führte zu einer Erneuerung der galicischen Dichtung, begründet auf einem sozialen Realismus. Es ist eine Sammlung von Versen in freien Metren, die reich an kulturellen Bezugspunkten ist - der klassischen Welt, keltischer Legenden und der mittelalterlichen Dichtung.

Méndez Ferríns Erstling war Percival e outras historias ('Percival und andere Geschichten'), eine Sammlung von 14 Kurzgeschichten, in denen sich der Autor in die Bretagne begibt, seit dem Mittelalter eine Quelle der Inspiration für galicische Künstler. In diesem Buch mischen sich Fantasie und Wirklichkeit, und eine Atmosphäre des Geheimnisvollen führt oft zu Tragödien. Méndez Ferrín entwickelt seinen Stil in O crepúsculo e as formigas ('Die Dämmerung und die Ameisen') von 1961. Sein erster Roman, Arrabaldo do norte ('Nördliches Viertel') erschien 1964. Diese drei Werke sind von zentraler Bedeutung für die Bewegung, die unter dem Namen Nova Narrativa Galega ('Neue galicische Erzählkunst') bekannt wurde. Sie versuchte in den Sechzigern die galicische Prosa aus ihrer Besessenheit für das ländliche und das pikareske (bäuerlich-satirische) zu erretten.

Retorno a Tagen-Ata (1971) ist eine Allegorie für die unterdrückte Nation, in der die Geburt eines neuen, radikalen Nationalismus beschrieben wird, der mit dem gemäßigten 'Galicianismus' gebrochen hat, und der angesichts des Francismus für kulturellen Widerstand optierte. Das Buch kann als universelles Statement gelesen werden, oder nur im Bezug auf Galicien. Diese Art Allegorie erscheint wieder in einigen Geschichten aus Elipsis e outras sombras ('Ellipse und andere Schatten') von 1974.

Crónica de nós (1980) und Amor de Artur (1982) sind zwei Sammlungen von Kurzgeschichten in denen Ferrín seine meisterliche Beherrschung des Genres zur Vollendung führt. Sie verbinden seine Erzählkraft mit seiner Fähigkeit, aus seiner Ideologie wunderschöne Fiktion zu schöpfen. Amor de Artur stellt eine sehr persönliche Sichtweise der Arthurischen Welt vor, und nimmt Motive aus Ferríns persönlicher Mythologie in sich auf. 1991 erschien Arraianos ('Grenzer'), eine weitere Sammlung von Kurzgeschichten.

Über lange Zeit gab Xosé Luís Méndez Ferrín das Kulturmagazin A Trabe de Ouro heraus.






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