Immanuel Mifsud

Ein konsequenter Autor
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Mark Vella über Stejjer ta' Nies Koroh und Il-Ktieb tas-Sibt Filghaxija von Immanuel Mifsud, einem der wenigen maltesischen Autoren, der es geschafft hat, ein wahres Bild von Malta in den Neunzigern zu zeichnen.

(Diese Besprechung wurde erstmals in der Frühjahrsausgabe des Elegance Magazine von 1997 veröffentlicht und wird von Transcript mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber abgedruckt.)

Immanuel Mifsuds Il-Ktieb tas-Sibt Filghaxija (1993) befördert ihn zum schärfsten Beobachter der heutigen maltesischen Gesellschaft: gedämpfte Töne und abgehackte Sätze enthüllen das Leben in seiner größten Ritualhaftigkeit und Eintönigkeit. Die Charaktere verlieren in der Langeweile des städtischen Wildwuchses jegliche Identität, und sie werden zu Herumtreibern in einer Nacht der künstlichen Versprechungen mit sehr wenig wirklicher Erfüllung.

Die Wirklichkeit wird dargestellt durch ein Sammelsurium der gewöhnlichsten Leute: die zwanghaften Handlungen eines Kettenrauchers, die banalen Rituale eines unbefriedigten Paares, das sich auf seinen wer-weiß-wievielten Pizza-Abend vorbereitet, wobei die Uhr vor sich hintickt.

Mifsuds Figuren haben sich seit Stejjer ta' Nies Koroh (1991) weiterentwickelt, wo der Autor neue Kategorien des leidenden Individuums kreiert, die nicht länger don-quichottesk gegen eine Welt, die nicht versteht, kämpfen, die sich vielmehr tolerieren in einer Welt, die so ist, wie sie ist. Mifsud ist kein Moralist. Der Mensch ist einsam und Malta hat es gerade begriffen.

Mifsud hat das Temperament eines verantwortlichen und kohärenten Autors. Seine kultivierte Herangehensweise, die in den Zitaten, die über Il-Ktieb tas-Sibt Filghaxija verstreut sind, von Kundera bis Octavio Paz und Saint-Exupéry, tragen das Kennzeichen eines literarischen Erzeugnisses. Seine Technik ist bemerkenswert: sie ist weder intellektuell noch unzugänglich, dabei folgt sie der maltesischen Tradition des kwadrettizmu, wo grundlegende Skizzen von Situationen, Gefühlen, Geisteszuständen eine Intensität erzeugen, die im Gedächtnis hängen bleibt. Mifsud erzählt keine Geschichten: seine Werke sind Impressionen mit der dünnstmöglichen Handlung.

Mifsuds Werk etabliert sich zur Zeit als Wendepunkt in der maltesischen Literatur. Er hat auf beeindruckende Weise die Zeichen der Zeit eingefangen.






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