Malta

Die maltesische Literatur seit 1990
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Lesen Sie unsere kurze Einführung in die maltesische Literatur seit 1990 von Charles Briffa. Lesen Sie auch Major Trends in the Maltese Novel von Charles Briffa.

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Die maltesische Literatur des 20. Jahrhunderts wurde von zwei beherrschenden Gruppen geprägt, der Akademie für maltesische Autoren (gegründet 1920) und der Bewegung für die Wiederbelebung der Literatur (gegründet 1967). Die erstere ist immer noch sehr aktiv, während die zweite kurzlebig war, aber großen Einfluss hatte.

Die maltesische Literatur seit 1990 übernimmt das Erbe dieser beiden Vereinigungen und fügt Element hinzu, die sie aus zeitgenössischen Strömungen bezieht. Am Ende des 20. Jahrhundert jedoch schuldet die maltesische Literatur ebensoviel dem individuellen Genie einzelner Autoren wie jeglicher intellektuellen oder künstlerischen Vereinigung.

In der Dichtung hat es seit den Sechzigern einen bedeutenden Wandel gegeben. Zu dieser Zeit war Kollektivität das literarische Hauptanliegen. Die Dichter nach 1990 haben alle ihre eigenen Stimmen. Ihre Dichtung vermeidet keine Experimente, sie enthalten sich vielmehr generell der Kultivierung stilistischer Eigenarten. In den Jahrzehnten, die auf die Sechziger folgten, haben sich die maltesischen Dichter in verschiedene Richtungen entwickelt, aber sie führen immer noch eine modernistische Tradition fort. Der bedeutendste dieser Dichter ist Oliver Friggieri, der von einigen als die 'Stimme der Nation' angesehen wird.

Im Bereich Drama erlebte das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts den Tod des größten Dramatikers, Francis Ebejer. Die letzte Phase von Ebejers literarischer Karriere fiel zusammen mit dem Auftauchen anderer erfolgreicher Stückeschreiber, z. B. Oreste Calleja, der die Kontinuität im Bereich Drama für die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts sichert.

Die Leserschaft ernsthafter maltesischer Belletristik hat sich hauptsächlich unter denen rekrutiert, die hauptsächlich an sozialem Wandel interessiert waren. Wenn man auf das Jahrhundert zurückblickt, wird klar, das die lokale Prosaliteratur die Verbreitung der Unsicherheit im maltesischen Volk beschreibt: die historischen und sozialen Romane geben einen Großteil der Angst und der Furcht wieder, die aus dem politischen Schicksal einer Nation herrühren, während die sozio-psychologischen Romane einen Zustand von Unsicherheit und Angst reflektieren. Es kann gesagt werden, dass auf der kleinen Insel Malta, wie es auch anderswo der Fall gewesen ist, der Roman nicht so sehr in einer stabilen und harmonischen Gesellschaft zur Blüte gelangt ist, sondern in einer Gesellschaft, wo Unsicherheit zur literarischen Produktion ermutigt hat.

Kinderliteratur hat auf Malta in den letzten Jahren ebenfalls eine Blüte erlebt; dies ist hauptsächlich den unermüdlichen Anstrengungen von Trevor Zahra geschuldet. Es war Anfang des 21. Jahrhunderts, als die Maltesische Akademie schließlich Kinderliteratur als eigenes Genre anerkannt hat.

Die Dichtung der letzten Jahre enthüllt eine wichtige Tatsache: der maltesische Dichter ist sich deutlich bewusst, dass er Teil einer globalen Gemeinschaft ist. Er muss im Bezug auf Ereignisse und Stimmungen jenseits seiner Ufer empfindlich sein, und dabei seine mediterrane Identität betonen. Die Umwelt und das Selbst sind daher immer noch relevant, da am Beginn des 21. Jahrhunderts Malta kurz vor dem Eintritt als Vollmitglied in die Europäische Union steht.

Im Großen und Ganzen bildet die maltesische Literatur seit 1990 eine kleine Nation ab, die versucht, mit europäischen Standards mitzuhalten, um literarisch bedeutend zu bleiben. Es gibt wenige Giganten, aber es gibt bescheidenere Wesen, die viel zu bieten haben, die in ihrem Schatten einhergehen.






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