In dieser Ausgabe
Niki Marangou
Niki Marangou'Meine Mutter kam aus Makedonien im Norden Griechenlands, mein Vater aus Famagusta. Dies gab mir einen weiten Blickwinkel über die griechische Welt, da ich an ihrem östlichsten Punkt aufwuchs. Unsere Generation hatte das Glück, Zeuge extremer Ereignisse zu werden: Hochtechnologie und meine webende Großmutter, Zigeuner mit Tanzbären und Computer.
Sechs Jahre in Berlin haben mich zur Genüge verwirrt. Ich brauchte die trägen Sommermittage in Nikosia, um mich daran zu erinnern, wer ich war. Ich hatte verschiedenen Jobs, habe blinde Kinder Töpfern gelehrt, habe für das Theater gearbeitet und führe einen Buchladen.
Der Kernpunkt meines Lebens war immer die Leidenschaft für die Sprache, für die griechische Sprache in all ihren Formen, modern, alt, byzantinisch. Ich liebe es, mit der Sprache zu spielen. Darum habe ich einen Buchladen eröffnet; so konnte ich alle Bücher haben, die ich wollte. Darum versinke ich in Büchern, ich gehe wieder zur Universität, suche nach Wörtern, suche nach neuen Spielen. Ich gebrauche Wörter wie Farben um Bilder zu malen. Einige davon kommen von sehr weit her.'
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