In dieser Ausgabe
Tschechische poetische Überlebensfibel
Tomás Kakfa
Um 8 Uhr morgens zieht Tomás Kakfa seine magnetische Ausweiskarte hervor, um den Durchlaß im tschechischen Außenministerium in Prag zu passieren. 'Das Dichtersein ist heute eine Luxussache. Ich möchte nicht von irgendwelchen Projektförderungen abhängig sein', sagt der Ministerialbeamte Kafka, der, nachdem er ein Dienstjahr als Kulturattaché der tschechischen Botschaft in Berlin abgeleistet hatte, einen Gedichtband unter dem Titel Ve svete (In der Welt) auf den Weg zum Leser schickte. 'Dank meines Zivilberufs kann ich von der Dichtung einen gewissen Abstand wahren, was nicht schaden kann. Was machen Dichter, wenn sie nicht gerade beim Schreiben sind? Manchmal sind sie lächerlich ... Ich für mein Teil versuche ein Behagen an der Zivilisation zum Ausdruck zu bringen, denn die Zivilisation ist hervorragend. Wenn ich schreibe bzw. übersetze, ist mein Fernseher immer an.'
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