LEITARTIKEL

Heimat, Exil, Entfremdung
Bporcel la novella de la vida11
Sorescu censored poems1
Pmusikvittulaniemei1111
Sorescu gedichte11
La vision de taniere
Los argonautas porcel111
Florenta albu buch1
Sanda Stolojan: 'Der Mörder, der unsere geheiligten Orte mit dem Bulldozer einebnet, verfügt über einen totalen Tod...'

von Diarmuid Johnson.

'Wenn die Mandeln blühen, hat man ein akutes Gefühl, wie die Zeit vergeht,' schreibt Baltasar Porcel aus Mallorca. Viel konkreter ist ein Gefühl für das Räumliche, das wir aus seinem Buch Die verzauberten Inseln herauslesen. Auf diesen Seiten stellt Transcript einige Autoren vor, die wie Porcel ein tiefes Gefühl für das Räumliche haben und deren Schreiben, unter anderem, das Räumliche feiert.

Ein solcher Autor ist Mikael Niemi. Im Zentrum von Niemis Bemühungen steht der Versuch, eine leuchtende Zukunft für seine Heimat, das Tornedal im Norden Skandinaviens, an der Schwedisch-Finnischen Grenze, zu sichern. Der Erfolg seines Buches Populärmusik aus Vittula hat zu einem Anstieg der Besucherzahlen im Tornedal geführt, begleitet von einem wachsenden Gefühl des Stolzes in der Sprache und Kultur dieses Ortes.

Eine andere Autorin, deren Werk von einem Sinn für das Örtliche bereichert wird, ist Angharad Price aus Wales. Ermutigt vom Erfolg von O! tyn y gorchudd (Lüfte den Vorhang), ihrem zweiten Roman, beschreibt Price, in einer neuen Kurzgeschichte, die im Rahmen des Projektes Scritture Giovani geschrieben worden ist, den letzten Lotsen der Menai-Straße, der Meerenge zwischen ihrem Geburtsort Caernarfon und der gegenüberliegenden Insel Anglesey in Nord-Wales.

Während das Örtliche/Räumliche eine Quelle der Stabilität für viele sein kann, wird es für andere zum Synonym für das Exil. Rubén Palma aus Chile, der jetzt in Dänemark lebt, hat zur jüngsten Debatte von Literature Across Frontiers über Nationalliteraturen in Helsinki beigetragen und von seiner 'Stiefsprache', dem Dänischen, in der er jetzt schreibt, gesprochen (siehe LAF in Helsinki): er argumentiert, dass '... Immigranten-Literatur die nationalen Literaturlandschaften bereichern kann.'

Das Exil kann, wie für Rubén Palma, bedeuten, eine zweite Heimat anzunehmen. Für viele rumänische Autoren aber hat Exil in den letzten Jahrzehnten Verzweiflung bedeutet. Der Exilant hofft, seinen Fuß wieder auf den Boden seines Heimatlandes zu setzen. Aber wie kann er/sie an einen Ort zurückkehren, der völlig zerstört worden ist? Als sie am 28. Mai 1987 vom Abriss des Vacaresti-Klosters in Bukarest, auf Befehl Ceausescus, hörte, kämpfte Sanda Stolojan mit der Auswirkung der Vergewaltigung ihres Landes durch ein Regime, dass behauptet, es zu regieren. 'Es lässt einen frösteln, wenn man daran denkt, wie vollkommen wir an die Kirche, die Häuser, die Straßen gebunden sind, die nicht mehr existieren. Der Mörder der unsere geheiligten Orte mit dem Bulldozer einebnet, verfügt einen totalen Tod, der die Lebenden des tiefsten Bodensatzes der Erinnerung beraubt.'

Das Gedicht 'Allein in der Welt' des rumänischen Dichters Ion Caraion (1923-1986) gibt nicht nur ein Leben des Exils, sondern auch der Entfremdung wieder. Caraion verbrachte elf Jahre als Gefangener in den Kupferminen von Cavnic und Baia Sprie. 1981 wurde ihm politisches Asyl in der Schweiz gewährt, wo er völlig isoliert starb.

Schreiben war für Ion Caraion eine Erklärung von Würde in einer Welt, die ihm diese verweigerte. Transcript möchte diese bescheidene Ausgabe den Autoren widmen, die, wie die Rumänen Sanda Stolojan und Ion Caraion, durch den Akt des Schreibens die Würde des Menschen angesichts der Gewalt hoch gehalten haben.









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