LEITARTIKEL

Region und Republik
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In dieser Ausgabe wendet Transcript seine Aufmerksamkeit zwei Regionen Frankreichs zu, Nord-Katalonien und der Bretagne. In beiden Regionen, wie in den anderen Regionen Frankreichs, vor allem dem Baskenland (siehe Transcript 5), werden die einheimischen Sprachen weiterhin, gegen alle Widerstände, gesprochen, geschrieben und gelesen.
Für mehrere Jahrzehnte sind die Fragen nach dem Überleben der regionalen Sprachen und Kulturen Frankreichs gegenwärtig gewesen. Die Sprecherzahlen dieser Sprachen sind drastisch gefallen. Der Lebensstil, der mit ihnen verbunden wird, ist verschwunden. Die aufeinanderfolgenden französischen Republiken haben die linguistische Uniformität unbarmherzig und systematisch vorangetrieben.

Doch ist Frankreich nicht mehr das Land, das es einmal war. Die Schulden im öffentlichen Gesundheitswesen sind außer Kontrolle geraten. Einschnitte bei der Erziehung haben die Menschen aus den Klassenzimmern und den Forschungslaboren auf die Straße gebracht. Die Wirtschaft schwächelt. Ideen der Rechtsextremen sind in Umlauf und jeden Monat werden Gesetze verabschiedet, um die Sicherheitskräfte zu stärken und die Bürgerrechte weiter zu beschneiden. Der Elan und die hehren Ziele in der Außenpolitik scheinen das Ausmaß einer Korruption zu kaschieren, wie sie 1789 eine Revolution vom Zaun brechen konnte.

Ist es vor diesem Hintergrund des nationalen Verfalls jetzt denkbar, das der Regionalismus den Republikanismus in Frankreich überleben wird? Die Republik könnte auch die Regionen, aus denen sie besteht, mit sich hinabziehen. Einige Denker und Autoren in der Bretagne und in Katalonien arbeiten weiter, in der Hoffnung, dass dies nicht der Fall sein wird. Unter ihren sind Yann Gerven aus der Bretagne und Patrick Gifreu und Jordi Pere Cerdà aus Nord-Katalonien.

Transcript traf Yann Gerven auf seinem Bauerhof im bretonischsprachigen Teil der Bretagne. Er sprach über den unverhältnismäßigen Anteil, den die von der Kirche beeinflusste Literatur in der modernen Tradition einnimmt. Wenn Bretonisch überleben soll, argumentiert er, müssen seine Autoren sich selbst als Teil einer internationalen Gemeinschaft begreifen. Patrick Gifreu, einer von sechs katalanischen Autoren, die wir in dieser Ausgabe interviewt haben, hat mittelalterliche katalanische Klassiker ins Französische übersetzt, und moderne Autoren wie Miquel Bauçà (siehe Transcript 3), während sein Landsmann Jordi Pere Cerdà wohl am bekanntesten durch seine Dramen ist.

In dieser Ausgabe von Transcript hören wir ebenfalls von den Vorbereitungen für die Prager Buchmesse (Bookworld Prague), wo Schottland, Irland, Wales und Irland Gastländer sein werden. Wir erfahren etwas über Y Byd ('Die Welt'), die erste walisischsprachige Tageszeitung überhaupt, die ab nächstem Jahr erscheinen wird, und entdecken Amerikas Gähnen angesichts ausländischer Belletristik.










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