NORD-KATALONIEN

4. Jordi Pere Cerdà
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Cerdà hat 1996 den Ehrenpreis der Katalanischen Sprachakademie erhalten. Allerdings hat er bereits nach Ende des 2. Weltkriegs mit dem Schreiben begonnen und wurde mit vier in katalanischer Sprache verfassten Einaktern, uraufgeführt in seiner Geburtsregion Alta Cerdanya, bekannt. Was ihn erstaunt hat war, dass die Zuschauer sich in diesen Theaterstücken wiederfanden, obwohl es sich eher um die Beschreibung eines Kollektivs als um individuelle Charaktere handelte. 'Nur wenige haben die Eigenart der in Roussillon lebenden Katalanen verstanden'. Eine Eigenart, die sich dadurch auszeichnet, dass 'man zwar Bescheid weiß und auch darüber spricht, man allerdings nie weiß, wer etwas weiß und wer etwas gesagt hat'.

Damals musste die katalanische Sprache sozusagen von Null anfangen, denn seit 1923 gab es zwar so etwas wie die Jocs Florals, Literaturwettbewerbe für die Jugend also, und auch Zeitschriften wie Tramuntane, aber 'großen Zuspruch fanden die nicht'. Cerdà, 1920 in Sallagosa geboren, ist in den 60er Jahren nach Perpignan gekommen, wo er bis 1976 zunächst als Fleischer und dann als Buchhändler gearbeitet hat. Er gründete dann zusammen mit anderen die Gruppe zum Erhalt der katalanischen Sprache (GREC), der es gelang, zumindest den Gebrauch des Katalanisch im schriftlichen Bereich zu fördern und erlebte dann intensiv die Streitigkeiten zwischen rechten Katalanen, 'wenn man das überhaupt so sagen darf', und linken Katalanen.

Cerdà war Kommunist und wenn man mit ihm spricht, wird deutlich, dass es sehr unterschiedliche Interessen beim Kampf um den Erhalt der katalanischen Sprache gibt. 'Jeder muss an seinem Platz arbeiten, damit die Dinge nicht dem Zufall überlassen werden. Die Realität unterscheidet sich immer von dem, was wir geplant haben. Das heißt nicht, dass wir keine Zukunftspläne hätten: unser Ziel ist der Fortschritt'.

Cerdà ist ein Analytiker der Situation, in der sich die katalanische Kultur in Nordkatalonien befindet - 'der Folklore wird eine besondere Bedeutung zugemessen; es gibt zahlreiche Stücke aus dem 18. Jahrhundert, die zum Tanz aufgespielt werden' - und ihn interessiert auch die Beziehung zum spanischen Katalonien, mit dem es einen konstanten Austausch gab: 'Die Beziehungen zu Zentralkatalonien haben schon immer bestanden, lange bevor die Politik in diesem Bereich an Einfluss gewann'.

Cerdà hat zahlreiche katalanische Initiativen ins Leben gerufen, sei es mit Veröffentlichungen wie Sant Joan i Barres, oder durch seine Zusammenarbeit mit dem Crooner Jordi Barre. Teilgenommen hat er auch an der Gründung der Katalanischen Sommeruniversität (UCE) in Prada, deren Initiator der Nordkatalane Pere Verdaguer war. 'Zum ersten mal fand ein katalanisches Projekt Widerhall in der Presse, und wir merkten gleich, dass es mit dem Sprachinstitut nicht genug war. Wir haben lange von der Tatsache profitiert, dass Verdaguer gute Beziehungen zu der Zeitung Midi Libre hatte, die über drei oder vier kluge Köpfe verfügte, noch immer existiert und in Montpellier herausgegeben wird. Diese Zeitschrift richtete sich an eine Leserschaft, die mehrheitlich aus den Kindern politischer Flüchtlinge bestand, die ihren zwangsweisen Aufenthalt in Frankreich traumatisch erlebten und sich zurückgewiesen fühlten'.

Am Ende des Gesprächs meint Cerdà: 'Alle denken, dass hier die katalanische Sprache verloren ging, weil nicht genug Willenskraft bestand. Das ist nicht richtig. Die Menschen haben ihre Identität auf ihre Art und Weise verteidigt, die einzige, die ihnen möglich war'.










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