NORD-KATALONIEN

6. Gérard Jacquet

Gerard Jacquet ist Musiker, Dichter und Maler und wurde vor allem durch eine regionale Radiosendung bekannt, die Radio France jetzt bereits seit sechzehn Jahren ausstrahlt.

In dieser Sendung dominiert allerdings Französisch: 'Wir machen Radio für alle Menschen, die hier leben und mehr als die Hälfte sind hier nicht geboren, sondern kommen von außerhalb. Es sind immer weniger, die Katalanisch sprechen und verstehen. Dabei darf man nicht vergessen, dass die junge Generation in den 70 er und 80 er Jahren von hier weggegangen ist, um Arbeit zu finden. Wir kämpfen natürlich weiter für den Erhalt der katalanischen Sprache und Kultur, aber wenn man eine Radiosendung leitet, kann man nicht so offen kämpfen, als wenn man beispielsweise Zuhörer ist. Dazu kommt, dass die katalanische Bevölkerung keineswegs mehr Präsenz des Katalanischen fordert und das liegt zum Teil daran, dass es ja den katalanischen Radiosender Arrells gibt und wer Katalanisch hören will, wählt eben diesen Sender. Man kann doch einen staatlichen französischen Sender nicht zwingen, mehr Sendungen auf Katalanisch zu übertragen. Es geht vielmehr darum, das bestehende Niveau auch zu erhalten'.

Jacquet (Sant Feliu d'Amunt, 1955), spricht von seinem Heimatort 'wo man sozusagen die Essenz des Ganzen mitbekommt'. Zuhause wurde immer Katalanisch gesprochen. Eltern und Großeltern sprachen unter sich Katalanisch aber außerhalb der Familie Französisch, 'denn die soziale Anerkennung war mit Französisch verbunden. Sie selbst hielten Katalanisch für eine ländliche Sprache, die der Vergangenheit angehörte'. Er selbst hat dann auch erst durch die Musik zur katalanischen Sprache gefunden: mit 13 hat er eine Gitarre geschenkt bekommen und angefangen, Lieder zu schreiben. Mit 16 hat er beschlossen, dass 'wenn schon Sänger, dann auf eine originelle, persönliche Art und das natürlichste war dann, Lieder auf Katalanisch zu singen'.

1977 schloss er sich der Musikgruppe Guillem de Cabasteny an, die zusammen mit Setze Jutges, einer weiteren katalanischen Gruppe, von Dorf zu Dorf zogen und bei ihren Auftritten zwischen heavy und hard, ihre Liebe zur Heimat und zur katalanischen Sprache und Kultur musikalisch ausdrückten.

In seinen Texten benutzt Jacquet ein sehr persönliches Katalanisch, frei von französischen Ausdrücken aber geprägt von regionalen Einflüssen wie dem Occitanischem. 'Für mich ist das im Roussillon gesprochene Katalanisch ein Diamant, ein Schatz'. Trotz eventuellen Nachteilen glaubt er, dass 'das gesprochene Katalanisch hier, mit seinem ganzen Reichtum langsam verloren geht, weil es nicht mehr zuhause gesprochen wird und die Bemühungen um den Erhalt in den Schulen nicht ausreichend sind'. Aber er macht weiterhin Lieder 'aus Dickköpfigkeit', obwohl er natürlich auf Französisch ein breiteres Publikum hätte. 'Man spürt schon einen gewissen Druck. Nach einem Konzert kommen immer wieder Leute zu mir und fragen, warum ich nicht auch auf Französisch singe. Man muss einfach wissen, das sehr viele Leute, die zu den Konzerten kommen, die Texte einfach nicht verstehen'.










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