DREI MODERNE KLASSIKER

Drei Moderne Klassiker
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Lesen Sie unten 1. Súil le Breith, Pádraig Standún; 2. An t-Aonaran, Ian Crichton-Smith; 3. Cuaifeach mo Londubh Buí, Séamas Mac Annaidh.



1. Súil le Breith
Súil le Breith Pádraig Standún
Cló Chonamara 1983
177 Seiten
ISBN 0 86329 008 6

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Súil le Breith (In Erwartung des Urteils/der Geburt) von Pádraig Standún wurde mit Genuss von den Irischsprechern und mit Sorge vom irischen Klerus gelesen, als es 1983 erschien. In einem kleinen Kirchspiel im Westen Irlands beginnt der Priester Tom Connor eine Affäre mit einer jungen Frau. Seine Pflichten umfassen das Lesen der Messe sowohl auf dem Festland als auch auf der benachbarten Insel. Wie wird die Gemeinde auf seinen Sündenfall reagieren? Wird der örtliche Fährmann ihn auf die Insel übersetzen oder werden die Leute ihn meiden? Pádraig Standúns Súil le Breith blickt unverblümt auf Fragen, die im ländlichen Irland oft ausgeblendet werden und es dokumentiert eine Zeit des Wandels in den irischsprachigen Gemeinschaften.






2. An t-Aonarán
An t-Aonarán Ian Crichton-Smith (Iain Mac a' Ghobhainn)
(1976, 1991)
80 S.

Iain Mac a' Ghobhainn/Iain Crichton Smith hat Gedichte, Kurzgeschichten und Romane auf Schottisch-Gälisch und Englisch veröffentlicht. An t-Aonarán erschien erstmals 1976. Eine englischsprachige Fassung des Autors, die sich in kleinen Punkten unterscheidet, erschien ein Jahr später in The Hermit and Other Stories.

An t-Aonarán kann in einer Reihe mit anderen europäischen Romanen über Außenseiter gelesen werden, doch er steht in grellem Kontrast zu ihnen, teilweise einfach durch seine Schlichtheit. Der 'Einzelgänger' siedelt sich am Rande eines Dorfes auf einer Insel an, entschließt sich aber, sich nicht der Gemeinschaft anzuschließen. Nirgendwo im Buch findet sich ein Hinweis auf den Ennui oder den 'Ekel' des Mannes. Doch ist seine Anwesenheit Grund für eine Menge von Konsequenzen. Die Geschichte wird von einem verwitweten Schullehrer im Ruhestand erzählt. Anfangs akzeptiert der Erzähler den Fremden und weist die Antipathie seiner Mitbürger auf der Insel zurück. Doch eine Folge von Ereignissen führt zu einem Umschwung der Meinungen, die Folge einer Wiederbewertung, der sich jede Figur durch die Anwesenheit des Außenseiters unterziehen muss. Mit großer Begabung, Sprachökonomie, und durch den geschickten Einsatz des Symbolismus, stellt der Autor Fragen inklusive der einen, grundlegendsten: wer ist der namengebende 'Einzelgänger'? Ist es der Fremde, ein Neuankömmling in der Gemeinschaft oder der Eingeweihte, durch dessen Geist die Geschichte erzählt wird? In einer kurzen Novelle mit vielen Wendungen scheint der Ennui des Eingeweihten tatsächlich der Kritikpunkt des Außenseiters zu sein. Die Ankunft des Fremden hat der Balance zwischen individueller Persönlichkeit und einer (religiös) konformen Gemeinschaft eine neue Dynamik verliehen, und die Erzählung der Geschichte durch den Schullehrer lässt annehmen, dass es sich dabei im wesentlichen um eine Reflexion seiner eigenen Gedanken handelt.






3. Cuaifeach Mo Londubh Buí
Cuaifeach Mo Londubh Buí, Séamas Mac Annaidh
Coiscéim 1983
254pp.

Cuaifeach Mo Londubh Buí ist der erste Band einer Trilogie, die des weiteren die die Romane Mo dhá Mhicí (1986) und Rubble na Mickies (1990) umfasst. Séamas Mac Annaidh hat außerdem einen Band Kurzgeschichten, Féirín, Scealta agus eile (1992), verfasst und für den Fernsehsender RTÉ Misteach Bhaile Átha Cliath, eine schwarze Komödie über einen Dubliner Beamten, geschrieben. Er ist des weiteren Autor dreier Geschichtsbücher auf Englisch. Er hat als Bibliothekar gearbeitet, in Punk- und Reggae-Bands gespielt, beim Sender BBC Northern Ireland gearbeitet und ist Literaturredakteur der irischsprachigen Tageszeitung .

Cuaifeach Mo Londubh Bhuí, ein Roman, ist eines der wenigen irischsprachigen Bücher der jüngsten Zeit, die mehr Text erzeugt haben, als er tatsächlich enthält. Ein Werk von Hypertext und Metafiktion, führt es mehrere Handlungsstränge ein, die sich kreuzen. Auf seinen ersten Seiten zeigt das Buch eine autobiographische Färbung, aber die profanen Ereignisse werden bald von Begegnungen mit surrealen Charakteren eingeholt. In einem Strang erzählt das Buch eine Geschichte, die auf dem Gilgamesch-Epos basiert. Eine Nacherzählung der Geschichte von Frankenstein, in Irland angesiedelt, gesellt sich dem Gilgamesch-Strang hinzu, deutet auf weiteres Autobiographisches und entwickelt sich zu einer Liebesgeschichte. Der Autor gebraucht Slang, literarische und umgangssprachliche Anspielungen, Wortspiele und Wortwitz auf Englisch, Irisch und einem bilingualen Unterbau aus beiden Sprachen, auf der beständig lebhaften Oberfläche der phantastischen Prosa, die eine tiefergehende Behandlung von Themen wie persönlicher Identität, Unsterblichkeit, Wirklichkeit und Tod verbirgt.












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